Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit

„Eigentlich können wir ab heute bei vollem Gehalt zu Hause bleiben….“

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„Eigentlich können wir ab heute bei vollem Gehalt zu Hause bleiben….“

ver.di informiert zum Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit
Die Lohnlücke muss verschwinden! gguy, Shutterstock.com Die Lohnlücke muss verschwinden!

Am Freitag, den 14. Oktober findet bundesweit der „Tag der betrieblichen Entgeltlichkeit“ statt. ver.di wird an diesem Tag auch in Hamburg mit einem Infostand auf die nach wie vor bestehende Ungleichheit bei Löhnen und Gehältern zwischen Männern und Frauen hinweisen. (Quelle: Pressemitteilung des ver.di Landesbezirks Hamburg vom 13. Oktober 2016)

„Ab heute beginnt die Ungerechtigkeit in der Vergütung. Wenn man die statistische Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zurückrechnet, arbeiten Frauen ab jetzt bis Ende des Jahres unentgeltlich“, sagt Renate Götze von ver.di Hamburg. „Mit 21 Prozent ist die Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern in Deutschland eine der höchsten in der Europäischen Union.“

In Hamburg liegt die Lohndifferenz laut Frauenreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zwischen Männern und Frauen sogar bei 22 Prozent.

Ein Teil der Entgeltlücke lässt sich demnach durch die verschiedenen Berufe, der höheren Unterbrechungs- und Teilzeitquote bei Frauen aufgrund von Familienpflichten, sowie unterschiedlicher Betriebsgrößen erklären. Trotzdem bewertet ver.di die Differenz als skandalös. Dort, wo Gewerkschaften aktiv und Betriebsräte vorhanden sind, ist die Entgeltlücke laut Frauenreport nachweislich geringer.

In die richtige Richtung geht laut ver.di das neue Entgeltgleichheitsgesetz auf Bundesebene. Demnach sollen Arbeitnehmerinnen – und auch Arbeitnehmer – zukünftig einen individuellen Anspruch auf Auskunft über ungerechte Bezahlung bei ihrem Arbeitgeber haben.

Allerdings nur, wenn das Unternehmen mehr als 200 Beschäftigte hat. Unternehmen ab 500 Beschäftigten sollen verpflichtet werden, Lohngleichheit herzustellen und die Fortschritte offenzulegen. Laut ver.di erkennt die Bundesregierung damit endlich das Problem der Lohngerechtigkeit an.

Dazu Karin Schönewolf, ehrenamtliche Vorsitzende des Hamburger ver.di-Landesbezirksfrauenrates: „Mit dem neuen Entgeltgleichheitsgesetz ist ein Anfang ist gemacht. Das Tabu, über Löhne zu sprechen, wird nun hoffentlich ein Stück aufgebrochen.“

„Wir hätten uns mit dem neuen Gesetz allerdings an vielen Stellen mehr Mut gewünscht, im Interesse der Frauen über die engen Vorgaben des Koalitionsvertrages der Bundesregierung hinauszugehen“, ergänzt Renate Götze.

„Vor allem sollten die betrieblichen Prüfverfahren unbedingt verbindlich gemacht und Sanktionsmöglichkeiten verbindlich geregelt werden, um ein wirksames Gesetz auf den Weg zu bringen. Die geplante Evaluation zur Entgeltgleichheit in kleineren Betrieben muss schnellstmöglich erfolgen“.

Der Landesbezirksfrauenrat von ver.di-Hamburg informiert am Freitag, den 14.10.2016 von 12 bis 14 Uhr in der Mönckebergstraße in Hamburg, zwischen den Eingängen der Europapassage/ Karstadt.

Zum Koalitionsbeschluss in dieser Woche bzgl. eines Gesetzes für mehr Entgeltgleichheit findet ihr hier ein ver.di-Infobatt zum Download als PDF: