Junge Frauen

Facebook-Foto beeinflusst Personaler

Junge Frauen

Facebook-Foto beeinflusst Personaler

Chancen bei der Jobsuche hängen auch davon ab, wie das Profilbild in den sozialen Medien aussieht.

Äußerlichkeiten haben bisweilen erhebliche Auswirkungen: Die Chancen bei der Jobsuche hängen auch davon ab, wie das Profilbild in den sozialen Medien aussieht. (Quelle: Böckler Impuls, Ausgabe 02/2016)

Drei junge Frauen blödeln vor der Kamera Foto: SeanPrior / clipdealer.de Bitte recht freundlich!

Das zeigt ein Experiment, das der Ökonom Stijn Baert von der Universität Gent durchgeführt hat.

Baert hat für seine Untersuchung mehr als 1.000 offene Stellen im kaufmännischen Bereich über die Datenbank der flämischen Arbeitsagentur ausfindig gemacht. Pro Stellenangebot wurden im Abstand von 24 Stunden jeweils zwei fiktive Bewerbungen verschickt.

Die beiden imaginären Interessenten weisen die gleichen beruflich relevanten Merkmale auf: Sie sind männliche Singles aus ähnlichen Vororten, verfügen über Berufserfahrung aus zwei Studentenjobs sowie adäquate IT- und Sprachkenntnisse und haben Hochschulen mit vergleichbarer Reputation besucht. Der einzige markante Unterschied: das Foto der Bewerber.

Vorab hatte der Forscher 195 Probanden Porträtfotos hinsichtlich der Attraktivität und der Persönlichkeit der Abgebildeten bewerten lassen. Jeweils zwei verschiedene dieser Fotos wurden den Kandidaten zufällig zugeordnet.

Bei der Hälfte der Bewerbungen zierten diese Aufnahmen die Lebensläufe, bei der anderen Hälfte wurden Facebook-Accounts mit öffentlich sichtbarem Profilbild erstellt.

Profile in sozialen Medien beeinflussen offenbar Personalentscheidungen

Die Reaktionen der Betriebe lassen darauf schließen, dass Personalverantwortliche systematisch in sozialen Medien recherchieren:

  • Die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist bei Bewerbern, denen das attraktivste der vier Fotos als Facebook-Profilbild zuteil wurde, im Vergleich zu denjenigen mit dem unvorteilhaftesten Profilbild 38,2 Prozent höher.
  • Positive Rückmeldungen im weiteren Sinne, zu denen auch Bitten um weitere Informationen und alternative Jobangebote gehören, sind um 20,9 Prozent wahrscheinlicher.

Wenn die Porträts Bestandteil der Bewerbungsunterlagen sind, sind die Ergebnisse ähnlich – obwohl eigentlich stärkere Effekte zu erwarten wären: Die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitgeber diese Fotos zur Kenntnis nehmen, dürfte höher sein als bei denjenigen, nach denen sie erst im Netz fahnden müssen.

Baerts Erklärung: Personalchefs halten die Facebook-Profilfotos offenbar für authentischer.

Diesen Artikel aus dem Böckler Impuls, Ausgabe 02/2016, gibt es zusammen mit weiterführenden Links auch als kompaktes PDF zum Download.