Feminismus heute

Nicht eine weniger

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Nicht eine weniger

Weltfrauen zu Gast bei ver.di
Geballte Frauenpower mtkang, Shutterstock.com Geballte Frauenpower beim Weltfrauengipfel in Gelsenkirchen

Mitte Oktober hatte die Bewegung „Nicht eine weniger“ in Argentinien zum Streik der Frauen aufgerufen. Jetzt waren die Frauen der Bewegung Teilnehmerinnen eines Treffens der Weltfrauen, zu dem ver.di eingeladen hatte. (Text: Nina Dusper)

Nationale Frauenversammlung, Europakonferenz und Welttreffen der Weltfrauen – bei ver.di in Gelsenkirchen haben sich am ersten Novemberwochenende Frauen aus 26 Ländern der Welt zu einem kleinen Gipfel getroffen. Nach der im März diesen Jahres stattgefundenen 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Kathmandu/Nepal war dies das erste Anschlusstreffen der international agierenden Frauen aus unterschiedlichsten sogenannten Graswurzelbewegungen.

Den verschiedenen Berichten auf der nationalen Frauenversammlung folgten direkt Taten. Eine internationale Delegation besuchte die verdi-Kollegen der Wellpappefabrik der Palm-Gruppe, die sich gegen die Schließung ihres Standortes und den Verlust ihrer Arbeitsplätze wehren. Gleichzeitig fand eine Solidaritätsdemonstration mit der in der Türkei verhafteten Führung der HDP (Demokratische Partei der Völker) statt.

Für eine unabhängige Weltfriedensbewegung

Sechs Beschlüsse für die weitere Arbeit wurden gefasst. In Zukunft wollen sich die Weltbasisfrauen neben dem Internationalen Frauentag am 8. März, dem Tag der Arbeit am 1. Mai und dem 25. November als Tag gegen Gewalt an Frauen auch am Internationalen Umwelttag, der dieses Jahr am 12. November stattfinden wird, beteiligen. Weiter soll angesichts der weltweit wachsenden Kriegsgefahr der Einsatz für eine unabhängige Weltfriedensbewegung verstärkt werden.

Die Europakonferenz legte den Schwerpunkt auf die Lage der Frauen in Europa. Besonders in Griechenland und Spanien, aber auch in Polen und auf dem ganzen Balkan befinden sich Frauen im Widerstand. Griechische Frauen berichteten, wie katastrophal die Gesundheitsversorgung ist, dass es für viele Menschen keine Krankenwagen mehr gibt und die Kranken teils mit dem Traktor ins Krankenhaus gefahren werden. Dort bekommen sie dann oft keine Behandlung, weil sie es sich schlicht und ergreifend nicht leisten können.

Bis hin zur Flüchtlingsfrage in Europa

Das Treffen der Weltfrauen begann mit den Kontinentalberichten der Koordinatorinnen aus Asien, Afrika, Lateinamerika, dem mittleren Osten und Europa. Es wurden 12 Resolutionen verabschiedet, die ein breites Spektrum frauenpolitischer Fragen behandelten: von der Situation nepalesischer Haushaltshilfen, die in die arabischen Emirate geschickt und ausgebeutet werden, bis hin zur Flüchtlingsfrage in Europa. 

Die Initiative für einen abschließenden festlichen Empfang in Gelsenkirchen hatten die ver.di-Frauen in Nordrhein-Westfalen ergriffen. Im Sinne von „Austausch – Vernetzen – Unterstützen“ hatten Diane Tigges-Brünger (Sekretärin für Frauen- und Gleichstellungspolitik NRW) und Edith Herzig (Vorsitzende des Landesfrauenrats) eingeladen.

Und viele Frauen sind der Einladung nach zwei langen Tagen voll Berichten und Beratungen gefolgt. Der Raum in der Gelsenkirchener ver.di-Geschäftsstelle platzte aus allen Nähten. Es waren Frauen aus Nepal, Indien, Philippinen, Burkina Faso, Mali, Argentinien, Peru, Irak-Nordkurdistan, Bosnien-Herzegowina, Niederlande, Mazedonien und natürlich aus Deutschland gekommen. Frauen aus weiteren 13 Ländern mussten bereits nach den Beratungstreffen abreisen.

Diejenigen Frauen, die noch bleiben konnten, hatten nicht nur kleine Gastgeschenke im Gepäck. Fünf Frauen aus Nepal, die als Vertreterinnen verschiedener Frauenorganisationen die Weltfrauenkonferenz in Kathmandu vorbereitet hatten, sangen ein Volkslied und die Parlamentsabgeordnete, Durga Paudel, tanzte dazu einen traditionellen Tanz! Die Frauen aus Afrika sangen ein humoristisches Lied über Männer mit der Aufforderung, sich anständig zu verhalten. Die Frauen hatten tagsüber darüber berichtet, wie schwer das Leben auf dem Kontinent ist und wie die Frauenbewegung erstarkt.

Den vollständigen Bericht von Nina Dusper zum Weltfrauentreffen in Gelsenkirchen findet ihr auf der ver.di Hauptseite.