Gleichstellung im Betrieb

Zur Geburt einen Aufhebungsvertrag

Vereinbarkeit

Zur Geburt einen Aufhebungsvertrag

Kind da, Job weg: Viele Frauen machen die Erfahrung, dass ihr Arbeitgeber sie loswerden möchte, sobald sie Mutter geworden sind.

Von wegen Vereinbarkeit: Viele Frauen werden aus dem Job gemobbt, wenn sie nach der Babypause in Teilzeit arbeiten wollen. Warum sich das für Arbeitgeber häufig lohnt, erklärt Karin Schwendler aus der Frauen- und Gleichstellungspolitik bei ver.di im Interview mit ZEIT online. (Quelle: ZEIT online, Karriere, 23. März 2016)

Als Mutter zurück in die Vollzeitstelle? Mitunter nur schwer realisierbar... Foto: SeanPrior / clipdealer.de Als Mutter zurück in die Vollzeitstelle? Mitunter nur schwer realisierbar...

Familie und Berufstätigkeit in Einklang zu bringen, fällt den meisten Eltern noch immer schwer. Es sind vor allem die Frauen, an denen der Großteil der Kinderbetreuung und der Hausarbeit hängen bleibt.

Dazu kommen hohe Kitagebühren und unflexible Kitaöffnungszeiten: Den meisten Müttern von kleinen Kindern gelingt es nicht, weiterhin in Vollzeit arbeiten zu gehen.

Eltern in Teilzeit, das heißt in Deutschland nach wie vor: Mütter in Teilzeit.

Das belegen auch die Daten des Statistischen Bundesamtes. Von den erwerbstätigen Vätern mit minderjährigen Kindern waren 2012 rund 94 Prozent in Vollzeit beschäftigt – und nur sechs Prozent in Teilzeit.

Bei den Müttern arbeitet die Mehrheit in Teilzeit. Nur 31 Prozent der Frauen mit minderjährigen Kindern gingen 2012 einer Vollzeitbeschäftigung nach.

Die Begründungen, warum eine Teilzeitbeschäftigung in der Hauptbeschäftigung ausgeübt wird, unterscheiden sich nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in Deutschland für Frauen und Männer grundlegend: Mit familiären Verpflichtungen (z.B. Betreuung von Kindern oder Pflege von Angehörigen) begründet jede zweite Frau ihre Teilzeitarbeit, aber nicht einmal jeder zehnte Mann.

Durch Teilzeit droht die Altersarmut...

Die Teilzeitbeschäftigung wirkt sich langfristig auf die Rente aus. Ein halbes Gehalt bedeutet geringere Einzahlungen und damit natürlich auch geringere Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Dass Frauen – bedingt durch die Familienplanung – in ihrem Job aussetzen und dass sie häufiger Mini- oder Teilzeitjobs ausüben, ist ein Grund für die weibliche Altersarmut.

Problematisch ist zudem, dass es nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz zwar einen Rechtsanspruch auf Verkürzung der Arbeitszeit aus familiären Gründen gibt, aber keinen Anspruch auf Wiederaufstockung auf Vollzeit(-nahe) Beschäftigung.

"Was in der Praxis, wenn es keinen Tarifvertrag mit guten Regeln gibt, bedeutet, dass viele Frauen für immer in der Teilzeitfalle feststecken", sagt Karin Schwendler, Bereichsleiterin für Frauen- und Gleichstellungspolitik im Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

...und das Ende der Karriereleiter

Und die reduzierte Arbeitszeit bringt häufig noch mehr Probleme mit sich: Teilzeitarbeit bedeutet gerade für Frauen immer noch sehr oft das Karriereende. Denn gezielte Karriereentwicklung für Teilzeitbeschäftigte ist längst nicht in allen Unternehmen Standard und immer noch bekommen gerade Mütter in Teilzeit seltener eine Weiterbildung als kinderlose Vollzeitkräfte.

Und so machen viele Mütter die Erfahrung, dass sie mit Mitteilung einer Schwangerschaft an den Arbeitgeber aufs innerbetriebliche Abstellgleis gestellt werden – bis sie von sich aus entnervt die Kündigung einreichen.

Den vollständigen Artikel zum Thema gibt es auf der Website von ZEIT online.