Gute Arbeit gestalten

Rückblick: UNI-Europa Frauenkonferenz 2016

Gute Arbeit gestalten

Rückblick: UNI-Europa Frauenkonferenz 2016

Geballte Frauenpower unter dem Motto: "Frauen im Zentrum des Wandels"
Frauenpower Foto: stournsaeh, Shutterstock.com Frauenpower

Die Konferenz der UNI-Frauen findet alle vier Jahre statt, in diesem Jahr zum ersten Mal einen Tag vor der großen gemeinsamen UNI-Europa-Konferenz: Am 12. März 2016 trafen sich 200 Frauen aus 82 europäischen Dienstleistungsgewerkschaften zu einem gemeinsamen Austausch in Rom. (Quelle: Frauen-Newsletter auf Initiative der ver.di-Frauen in der IT- und TK-Branche, Ausgabe vom 31. Juli 2016)

Die Vorsitzende des Bundesfrauenvorstandes des Fachbereichs TK IT, Christiane Pachulski, nahm an der Konferenz teil und berichtet: "Diese gewaltige Frauenpower war sehr beeindruckend und bei aller Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit waren die Schwierigkeiten und Diskriminierungen doch gleich. In unterschiedlichen Ausprägungen haben Frauen in allen Ländern mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen und ihre Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilhabe, sowohl beruflich als auch gesellschaftlich, ist immer noch nicht realisiert. Aber ein solcher Tag macht auch Mut weiter zu kämpfen, denn die Kolleginnen haben von ihren Aktionen und Erfolgen berichtet. Wir können viel voneinander lernen, um gemeinsam voranzukommen."

Frauen im Zentrum des Wandels
Die Konferenz stand unter dem Motto: Frauen im Zentrum des Wandels – ein strategischer Plan für die UNI-Frauen 2016-2020. Ein entscheidender Faktor ist die Förderung des Gewerkschaftswachstums, denn nur, wenn wir – die Frauen in den Gewerkschaften – wachsen, sind wir stark und können unsere Interessen durchsetzen.

Aber wir müssen nicht nur viele sein, wir müssen auch an die Schalthebel der Macht. Deshalb wurde die Kampagne 40for40 vor vier Jahren in Toulouse gestartet. 40 Prozent in allen Gremien und Vorständen müssen mit Frauen besetzt werden und wir sind auf einem guten Weg: Die meisten Mitgliedsgewerkschaften haben 40for40 bereits umgesetzt.

Um Kolleginnen zu motivieren, wurde von den ver.di-Frauen ein Mentoring-Programm initiiert, das sehr erfolgreich durchgeführt wurde. Die UNI-Frauen nahmen die Idee auf und sie wird mit großem Engagement auch in anderen europäischen Ländern organisiert. Wir wollen neue Kommunikationswerkzeuge nutzen, um junge Menschen für Solidarität und Gewerkschaften zu begeistern. Wir müssen sie fragen, was sie von Gewerkschaften erwarten und mit ihnen gemeinsam einen Weg erarbeiten.

Im Zeichen der Digitalisierung oder: Dienstleistung 4.0
In einer sich immer schneller ändernden Arbeitswelt und einer ständig fortschreitenden Digitalisierung sind Gewerkschaften wichtige Partner, denn sie engagieren sich für die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze. Dienstleistung 4.0 darf Unternehmen nicht allein überlassen werden. Kleinteilige Arbeit ohne festen Lohn, prekäre Beschäftigung als normales Arbeitsverhältnis – dem müssen Gewerkschaften etwas entgegensetzen.

Die UNI-Frauenkonferenz hat auch die Chancen in der neuen Arbeitswelt für Frauen diskutiert, die wir aber nur nutzen können, wenn wir stark sind und uns gemeinsam aufstellen. Frauen müssen Lobbyarbeit für ihre Positionen betreiben, sie müssen Mitstreiter_innen suchen und in Kampagnen ihre Themen einbringen. 

Aktionen am Internationalen Frauentag und am Equal Pay Day machen darauf aufmerksam, dass Frauen in Europa immer noch schlechter bezahlt werden als Männer. In Deutschland beträgt die Differenz nach wie vor 22 Prozent. Die Kolleginnen haben auch aufgezeigt, wie wichtig und rückenstärkend Solidaritätsaktionen über Grenzen hinweg sein können, denn die Konzerne agieren international und versuchen die Belegschaften gegeneinander auszuspielen.

Den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen
Frauen sind in allen europäischen Ländern und in allen Schichten der Gesellschaft Gewalt ausgesetzt, sowohl in ihren Familien, als auch im Beruf und in der Gesellschaft. Gewalt kann sowohl körperlich als auch seelisch ausgeübt werden und ist in jedem Fall aufs Schärfste zu verurteilen! Frauen haben in Beispielen über Gewaltausübung, aber auch über Prävention und Kampagnen gegen Gewalt berichtet. Gesetze zum Schutz von Frauen sind wichtig, aber sie alleine lösen das Problem nicht  – die Gesellschaft muss sich zur Gewaltfreiheit bekennen.

Weitere Themen der Konferenz waren die europäische Richtlinie zum Mutterschaftsurlaub und eine Kampagne zum "Schutz der Gesundheit der Frauen."

Hintergrundinfo zur UNI europa
UNI europa ist ein europäischer Gewerkschaftsverband, dem Gewerkschaften angehören, die Dienstleistungsbeschäftigte und Fachkräfte unterschiedlicher Branchen in 50 verschiedenen Ländern organisieren. Über die mehr als 320 angeschlossenen Gewerkschaften vertritt UNI europa sieben Millionen Beschäftigte. ver.di ist natürlich auch dabei.