Gute Arbeit gestalten

Minijobs als Brücke zu guter Arbeit? Ein Mythos!

Gute Arbeit gestalten

Minijobs als Brücke zu guter Arbeit? Ein Mythos!

Minijobs drängen speziell Frauen in prekäre Beschäftigung, was letztlich zur Altersarmut führt.
Fair statt prekär ver.di Hamburg Unsere Forderung: Minijobs sollen ab dem ersten Euro Einkommen sozialversicherungspflichtig sein!

Minijobs sind in Deutschland ebenso verbreitet wie umstritten. Derzeit sind rund 7,6 Millionen Menschen in Minijobs beschäftigt. (Quelle: sopoaktuell Nr. 263)

Minijobs als beschäftigungspolitisches Instrument zur Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit und zur Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt – das war das Versprechen, das die Hartz-Gesetzgebung begleitete. Doch dieses Ziel wurde nie erreicht.

ver.di kritisiert scharf, dass Minijobs insbesondere Frauen in prekärer Beschäftigung drängen. Die damit verbundene mangelnde soziale Absicherung führt dann letztlich zur Altersarmut.

Nach der Studie „Frauen im Minijob“ des BMFSFJ (2012) waren 2011:

  • rund 34 Prozent der geringfügig beschäftigten Frauen bereits zehn Jahre und länger in einem Minijob beschäftigt
  • 55 Prozent über sechs Jahre
  • 76 Prozent länger als drei Jahre.

Das heißt, mehr als drei Viertel der Frauen, die 2011 ausschließlich in einem Minijob arbeiteten, hatten innerhalb der ersten drei Jahre in diesem Beschäftigungsverhältnis keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Wichtig ist der ergänzende Befund:

  • 76 Prozent der Frauen, die 2011 im Minijob arbeiteten, hatten seit ihrem ersten Minijob nicht eine einzige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
  • Weitere 8 Prozent waren nur kurz in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis – ansonsten in Minijobs beschäftigt.
  • 3 Prozent waren etwa gleich lang in Minijobs und sozialversicherungspflichtig erwerbstätig.
  • Nur 14 Prozent hatten zwischen ihrem ersten Minijob und ihrem aktuellen Minijob bereits eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die länger dauerte als ihre Zeit in Minijobs.

Außerdem werden in Minijobs häufig verbriefte Arbeitnehmerrechte missachtet und den Beschäftigten oftmals die ihnen zustehenden finanziellen Leistungen vorenthalten.

Politik und Arbeitgeber sind gefordert, diese Missstände zu beseitigen. Trotz derzeit guter Beschäftigung am Arbeitsmarkt muss die Reform der Minijobs ein zentrales Thema im Koalitionsvertrag der zukünftigen Bundesregierung sein!

Mehr zum Thema findet ihr in der sopoaktuell Nr. 263.