Gute Arbeit

Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit

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Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit

Koalitionsvereinbarungen gehen noch nicht weit genug.
Das Teilzeit- und Befristungsgesetz wird überarbeitet! magann, clipdealer.com Das Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit ist auch für die partnerschaftliche Vereinbarkeit entscheidend.

Im Koalitionsvertrag haben CDU/CSU und SPD auch wichtige Vorhaben für Gute Arbeit vereinbart. Das geht aus unserer Sicht nicht immer weit genug, aber die Richtung stimmt schon mal!

Bei der konkreten Ausgestaltung werden wir unsere Vorstellungen dann nochmal einbringen und für entsprechende Mehrheiten werben.

Zum Beispiel gilt das für das Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit, das gerade für Frauen von großer Bedeutung ist.

Gleichzeitig ist dieses Recht auch ein wichtiges Instrument zur Förderung einer partnerschaftlicheren Ausgestaltung von Familienaufgaben. Schließlich werden nur mit einem verbrieften Rückkehranspruch werden auch mehr Männer bereit sein, in der Familienphase zeitweise beruflich zurückzustecken.

Gegenüber dem Stand aus der letzten Legislaturperiode gibt es bereits Verbesserungen:
So soll der neue Rechtsanspruch schon in Unternehmen ab 45 Beschäftigten gelten – allerdings mit der Einschränkung, dass pro 45 Beschäftigte nur ein Teilzeitanspruch zwingend gewährt werden muss.

Der Wunsch, weniger als ein Jahr oder mehr als fünf Jahre in Teilzeit zu arbeiten, kann jedoch abgelehnt werden. Allerdings können die Tarifvertragsparteien auch andere individuelle Regelungen vereinbaren.

Natürlich hätten wir uns aus gewerkschafts- und frauenpolitischer Sicht mehr gewünscht: Vor allem, weil ein Großteil der Frauen in kleinen Betrieben arbeitet, die von der Regelung gar nicht erfasst werden.

Andererseits ist es für kleine Betriebe auch besonders schwierig, diesen Wünschen gerecht zu werden – hier sollte noch einmal über unkonventionelle, vielleicht auch betriebsübergreifende, Lösungen nachgedacht werden.

Wir wissen, dass oftmals gerade kleinere Unternehmen mit einem eher persönlichen Verhältnis zwischen Beschäftigten und Geschäftsführung individuelle Lösungen finden – allerdings ist hierbei immer der gute Wille der wirtschaftlich stärkeren Seite entscheidend und kann damit keine generelle Lösung sein.

Ein Rechtsanspruch für alle ist also aus unserer Sicht unverzichtbar.

Ein ebenso wichtiges Element zukünftiger Arbeitsmarktpolitik ist für ver.di das Bekenntnis zum lebensbegleitenden Lernen. Zu diesem Thema findet ihr weiteren Input auf der Website des ver.di-Bereichs Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.