Gute Arbeit gestalten

Unfreiwillige Teilzeit

Gute Arbeit gestalten

Unfreiwillige Teilzeit

Viele Frauen würden gern mehr arbeiten, insbesondere Mütter von jüngeren Kindern.
Als Mutter zurück in die Vollzeitstelle? Mitunter nur schwer realisierbar... Foto: SeanPrior / clipdealer.de Als Mutter zurück in die Vollzeitstelle? Mitunter nur schwer realisierbar...

Viele Frauen würden gern mehr arbeiten, insbesondere Mütter von jüngeren Kindern, wie eine Studie von Torsten Lietzmann und Claudia Wenzig vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. (Quelle: Böckler Impuls 08/2017)

Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sich Wunsch und Wirklichkeit bei der Arbeitszeit von Frauen und Männern unterscheiden. Die Daten stammen aus dem „Panel Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“.

Demnach würden 26 Prozent der erwerbstätigen Frauen ihre Arbeitszeit gern um mehr als vier Stunden pro Woche erhöhen. Bei Müttern ist dieser Wunsch noch ausgeprägter als bei Frauen ohne Kinder, so würden:

  • 36 Prozent der erwerbstätigen Mütter in Paarhaushalten mit Kindern unter drei Jahren und
  • 44 Prozent der Alleinerziehenden mit Kindern unter sechs Jahren

ihre Wochenarbeitszeit um mehr als vier Stunden erhöhen.

Im Schnitt wünschen sich Frauen eine Stelle mit 28 Stunden pro Woche – für die Mehrheit entspräche das einer Aufstockung ihrer bisherigen Arbeitszeit oder der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.

„Mütter mit jüngeren Kindern im Haushalt weisen die geringste Erwerbsbeteiligung und die geringste durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf“, schreiben die Forscher. Gleichzeitig sei bei ihnen der Wunsch nach Ausweitung der Arbeitszeit am größten.

„Ihr realisierter Arbeitszeitumfang in Teilzeit ist somit eher unfreiwillig und das Arbeitszeitpotenzial könnte durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker genutzt werden.“ In einigen Fällen werde der Wunsch nach längerer Arbeitszeit allerdings auch deshalb nicht umgesetzt, weil man das Kind noch für zu jung hält, um es beispielsweise in eine Kita zu geben.

Bei den erwerbstätigen Männern ist der Wunsch nach mehr Arbeit deutlich seltener. Lediglich neun Prozent streben eine Erhöhung der Arbeitszeit um mehr als vier Stunden an.

Die Wunscharbeitszeit von Männern zwischen 18 und 60 Jahren liegt im Schnitt bei 35 Stunden pro Woche, was für die meisten eine Reduzierung der tatsächlichen Arbeitszeit bedeuten würde. Dennoch setzen nur wenige Männer ihren Wunsch in die Tat um und verkürzen die Arbeitszeit.

Diese Meldung und zugehörige Quellen findet ihr im Böckler Impuls 08/2017.