Gute Arbeit gestalten

2. Weltfrauenkonferenz in Kathmandu

Gute Arbeit gestalten

2. Weltfrauenkonferenz in Kathmandu

Die zweite Weltfrauenkonferenz in Nepal war ein voller Erfolg – und die ver.di-Frauen waren dabei!

Die Organisatorinnen der 2. Weltfrauenkonferenz haben es in Kathmandu geschafft, die geplante Konferenz in der noch immer vom Beben gezeichneten Stadt stattfinden zu lassen.

Nepalesische Frauen auf der Eröffnungsdemonstration in Kathmandu Foto: Frauen in ver.di Nepalesische Frauen auf der Eröffnungsdemonstration in Kathmandu

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass in Nepal, am Dach der Welt, die Erde bebte. Knapp 9.000 Menschen starben an den Folgen des Erdbebens, über 20.000 Menschen wurden teils schwer verletzt, ganze Dörfer wurden vom Erdboden geschluckt.

Trotzdem haben es die Organisatorinnen der 2. Weltfrauenkonferenz in der Hauptstadt Kathmandu geschafft, die seit fünf Jahren geplante Konferenz in der noch immer vom Beben gezeichneten Stadt stattfinden zu lassen.

Uns Frauen eint das Ziel, Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen weltweit durchzusetzen!

Im Gegensatz zu den UNO-Weltfrauenkonferenzen ist diese Konferenz der sogenannten Basisfrauen überparteilich, demokratisch und finanziell unabhängig.

Sie finanziert sich allein aus Spenden und will vor allem die Frauenbewegungen in den jeweiligen Ländern der Teilnehmerinnen nachhaltig organisieren und stärken.

Auch ver.di-Frauen waren bei der Konferenz in Kathmandu dabei.

Die Konferenz – ein voller Erfolg!

Die zweite Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen vom 13. bis 18. März 2016 in Kathmandu/Nepal war ein voller Erfolg!

2.000 Teilnehmende, vorwiegend Frauen, waren bei der Auftaktdemonstration durch die Straßen Kathmandus dabei. Am Straßenrand nahmen das Tausende teils mit sehr großer Begeisterung zur Kenntnis.

1.300 bis 1.600 beteiligten sich als ständige Teilnehmerinnen an den verschiedenen Aktivitäten der Konferenz. Hunderte weitere nahmen am Kultur- und Rahmenprogramm teil.

74 gewählte Delegierte aus 40 Ländern repräsentierten Frauenorganisationen mit zum Teil Hunderten, Tausenden und Zehntausenden Mitgliedsfrauen. In zehn Workshops diskutierten etwa 500 Frauen.

Wir wünschen Euch gute Diskussionen und Mut machende Entscheidungen, Kraft spendendes Miteinander und die Gewissheit, dass auch auf unterschiedlichen Wegen der Gipfel erreicht wird – die Stärkung der Frauenbewegung in jedem Land, das Ende der Unterdrückung und Ausbeutung, die vollständige Gleichstellung der Frauen!

Aus dem Grußwort des Bundesfrauenrates in ver.di

In der Generalversammlung der Delegierten fand nach spannenden Kontinentalberichten eine intensive Diskussion statt. Dort erfuhren wir vom großen Potenzial der Frauenbewegung, ihren Kämpfen, Sorgen und Nöten.

Vieles kam uns allen sehr bekannt vor und doch gibt es unterschiedliche Bedingungen. Einstimmig wurden diese Resolution von Kathmandu sowie rund 20 weitere verabschiedet, u.a. aus den Workshops.

Die Präsidentin des Landes, Bidhya Devi Bhandari, sagte: „Ich habe die Resolution von Kathmandu mit meinem Herzen unterschrieben.“

Die Teilnehmerinnen repräsentierten ein breites gesellschaftliches Spektrum von christlich organisierten Frauen aus Uganda, Landfrauen aus Namibia, Textilarbeiterinnen aus Bangladesch, junge Industriearbeiterinnen aus Europa, Gewerkschaftsfrauen aus Marokko, Aktivistinnen des Kampfs gegen Gewalt an Frauen aus Indien, Repräsentantinnen des Weltfrauenmarsches aus Afrika, Repräsentantinnen internationaler Zusammenschlüsse wie Solvodi, bedeutender Organisationen der Linken oder internationale Frauenorganisationen wie der International Women Alliance (IWA).

Der Kampf um die Befreiung der Frau in Kurdistan und um Demokratie und Freiheit in Rojava (Nordsyrien) war in Kathmandu ein sehr wichtiges Thema. Junge Frauen beteiligten sich selbstbewusst und aktiv!

„Erst wenn die Berge Kurdistans, die Täler Lateinamerikas, die Wüsten und Dörfer Afrikas und die Städte Europas die Stimmen der Weltfrauen erhören, dann haben wir Frauen die höchsten Berge erklommen“, sagte die Koordintorin Meral Cicek in ihrer Eröffnungsrede zum Abschlussplenum.

Hier geht es zum täglichen Blog auf der verdi-Website mit Filmen und Berichten.

  • Interview mit Joly Talukder zum Projekt "Joly"

    Auf der Weltfrauenkonferenz hatten unsere ver.di-Frauen auch die Möglichkeit, weitere Spenden an die Vorsitzende der Textilarbeiterinnengewerkschaft Garment Trade Union Center (GWTUC) zu überreichen.

    Danke an alle Spenderinnen und Spender für die inzwischen eingegangenen 6666,39 Euro! Damit können 11 Jahresgehälter von Organizerinnen der Gewerkschaft finanziert werden!

    Wir sprachen mit Joly Talukder über die Entwicklung in Bangladesh und die Zusammenarbeit mit den ver.di-Frauen:

    Frauen in ver.di: Kannst du uns berichten, wie sich die Situation der Textilarbeiterinnen seit dem Einsturz von Rana Plaza entwickelt hat?

    Joly Talukder: Die Besitzer haben versucht, die Katastrophe zu vertuschen. Es hat sich nicht viel für die Arbeiterinnen getan. Viele der Verletzten leiden immer noch unter den Folgen.

    Die Verantwortlichen der Katastrophe müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Zur Zeit läuft eine Untersuchung, damit sind wir nicht zufrieden.

    Ich sollte hier erwähnen, dass sich die Verantwortlichen nicht für die Arbeiter interessieren. Alle Besitzer denken nur an ihren Profit. Die Art wie sie mit den Menschen umgehen, ist extreme Ausbeutung. Diese Situation ändert sich nur langsam.

    Frauen in ver.di: Welche Entwicklung macht die Gewerkschaftsbewegung und deine Gewerkschaft GWTUC?

    Joly Talukder: Wir haben eine erfolgreiche Arbeit gemacht. Wir haben den Kampf für 15.000 Taka Mindestlohn gestartet. Wir brauchen die Solidarität von Gewerkschaften aus der ganzen Welt.

    Unsere Gewerkschaft ist die größte in Bangladesh. Wir haben viele Mitglieder an der Basis organisiert. Die Fabrikbesitzer haben Angst vor der Gewerkschaft.

    Es ist eine Situation, in der sich zu Verhandlungen zusammengesetzt wird, aber die Rechte der Gewerkschaften werden nicht anerkannt.

    Frauen in ver.di: Wie arbeiten die Organizerinnen, die mit Hilfe der Spenden finanziert werden können?

    Joly Talukder: Es ist richtig, wir haben viel Hilfe von ver.di bekommen. Wir konnten dadurch und durch die Solidarität von ver.di die Arbeit ausbauen und wir sind im Prozess der Weltfrauenkonferenz mehr zusammengewachsen und stärker geworden.

    Viele Organizerinnen arbeiten in Vollzeit, andere in Teilzeit. Wir haben mehr Mitarbeiterinnen bekommen, obwohl die Lebenshaltungskosten gestiegen sind.

    Frauen in ver.di: Was möchtest du den Mitgliedern von ver.di noch mitteilen?

    Joly Talukder: Die Zusammenarbeit zwischen ver.di und GWTUC wird noch stärker zusammenwachsen und das wird helfen, die Arbeiterbewegung zu stärken, besonders für die Befreiung der Frauen!

    Wir möchten gerne enger zusammenarbeiten und übermitteln unsere herzlichsten Grüße an eure Organisation!