Rente

Frauen-Bündnis gegen Altersarmut

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Frauen-Bündnis gegen Altersarmut

Initiative zur besseren Altersabsicherung von Frauen startet im Rahmen der 12. Frauen-Alterssicherungskonferenz
Die Partnerinnen im Frauenbündnis gegen Altersarmut Matthias Reichelt Die Partnerinnen im Frauenbündnis gegen Altersarmut

Im Rahmen der 12. Frauen-Alterssicherungskonferenz am 06. September 2016 startete die Initiative "Frauen-Bündnis gegen Altersarmut" zur besseren Altersabsicherung von Frauen.

Nach wie vor haben Frauen nicht die gleichen Einkommenschancen wie Männer. Die Folge: Ihr Alterseinkommen ist häufig geringer und Altersarmut überwiegend weiblich. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern liegt immer noch bei 21 Prozent.

Für Frauen spezifische Lebensläufe hinterlassen gravierende Lücken bei der Alterssicherung. In der Folge wachsen Einkommensdifferenzen zu drastischen Alterssicherungslücken von durchschnittlich 59 Prozent an.

Die Rente ist das Spiegelbild des Erwerbslebens. Typische Erwerbsbiografien von Frauen wirken sich direkt auf die Rentenhöhe aus. Sozial ungenügend abgesicherte Jobs, wie unfreiwillig geringe Teilzeit, Minijobs, Scheinselbstständigkeit und Freiberuflichkeit, ein geringes Entgelt oder Wechselfälle des Lebens, wie eine Scheidung, führen zu geringeren Alterseinkommen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die sozialgesetzliche Rente ist gerade für Frauen die wichtigste Säule der Alterssicherung. Frauen haben oft nicht die Möglichkeit und den finanziellen Spielraum um betrieblich oder privat zusätzlich vorzusorgen. Hinzu kommt die immer noch ungenügend rentenrechtliche Anerkennung von Sorgearbeit z. B. in der Pflege von Angehörigen.

Das Rentenniveau, das die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung beschreibt, wurde über Jahre abgesenkt. Damit muss Schluss sein!

Wir brauchen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik!

Die Talfahrt des Rentenniveaus muss gestoppt werden. Nach jahrzehnter langer Arbeit muss die Rente reichen um ein anständiges Leben zu führen und mit Würde alt werden zu können. Wir fordern, dass das gesetzliche Rentenniveau stabilisiert und dann wieder angehoben werden muss!

Wer lange Zeit nur ein geringes Arbeitsentgelt erhält, dessen Verdienste müssen in der Rente aufgewertet werden. Das nützt vor allem Frauen. Wir fordern deshalb die Fortsetzung der Rente nach Mindestentgeltpunkten!

Wer aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist erwerbstätig zu sein, darf im Alter nicht arm sein. Wir fordern, dass die Leistungen der Erwerbsminderungsrenten deutlich verbessert werden!

Wer längere Zeit arbeitslos ist und Arbeitslosengeld II (Alg II) bezieht, bekommt keine Rentenzeiten angerechnet. Wir fordern, dass auch für Zeiten des Bezugs von Alg II wieder Rentenbeiträge von der Bundesagentur für Arbeit entrichtet werden!

Partnerinnen des Frauen-Bündnisses gegen Altersarmut sind:

  • Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros, Brigitte Kowas, Bundessprecherin
  • Deutscher Frauenrat, Mona Küppers, Vorsitzende
  • Deutschen LandFrauenverband, Agnes Witschen, Erste Vizepräsidentin
  • Deutscher Gewerkschaftsbund, Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende
  • Katholischer Deutscher Frauenbund, Marianne Bäumler, Vizepräsidentin
  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. (VAMV), Solveig Schuster, Bundesvorsitzende
  • Verband berufstätiger Mütter e.V., Cornelia Spachtholz, Vorstandsvorsitzende
  • Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied

Die Erklärung zum Start der Initiative gibt es hier auch als kompaktes PDF zum Download: