Rente

Jede(r) Zweite von Altersarmut bedroht

Rente

Jede(r) Zweite von Altersarmut bedroht

Wer unter 2.500 Euro im Monat verdient, kann nur mit einer Rente in Höhe der Grundsicherung rechnen.
Seniorin zählt Münzen alexraths, clipdealer.de Unterhalb eines Bruttoverdienstes von 2.500 Euro sieht es später mit der Rente schlecht aus.

Wenn bereits heute das gesetzliche Rentenniveau von 43 Prozent gelten würde, wie es im Jahr 2030 droht, dann erhielten weite Teile der Bevölkerung, auch der Mittelschichten, eine Rente auf oder nahe der Grundsicherung – und das nach 45 Jahren Beitragszahlung!

Noch schlimmer sieht es aus für alle, die lediglich 40 oder 30 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Das sind, etwa wegen Erziehungszeiten, vor allem Frauen, die mit Sicherheit in Hartz-IV abrutschen.

Die Situation im Osten des Landes stellt sich in den Hochrechnungen noch weit dramatischer dar als im Westen, doch auch hier gilt keine Entwarnung. Während in Thüringen 62,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter 2.500 Euro verdienen, sind es in Baden-Württemberg knapp 38 Prozent, also mehr als ein Drittel.

Wichtig zu wissen: Wer unter 2.500 Euro im Monat verdient, dem droht bei abgesenktem gesetzlichen Rentenniveau von 43 Prozent eine Rente in Bereich der Grundsicherung. Fast die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, nämlich 44 Prozent, verdienen unter 2.500 Euro brutto im Monat.

Zu diesen Ergebnissen kommt die von ver.di beauftragte Auswertung des renommierten Eduard Pestel Instituts für Systemforschung auf Basis der Daten des Mikrozensus 2015.

Erstmals wurde die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach verschiedenen Einkommensgruppen bundesweit und nach Regionen aufgeschlüsselt und die Rentenerwartungen bei 30, 40 und 45 Jahren Beitragszahlung für ein abgesenktes Rentenniveau, wie es 2030 droht, hochgerechnet. So ergibt sich ein differenziertes Zukunftsszenario – und das hat es in sich.

Die Bundeskanzlerin sieht bei der gesetzlichen Rente allerdings keinen Handlungsbedarf. Die Rente ist nach Auffassung von Angela Merkel bis 2030 sicher. Sicher ist aber nur millionenfache Altersarmut, wenn sich an der Rentenpolitik nichts ändert. Aufgrund der sogenannten Rentenreformen der 2000er Jahre wird das Rentenniveau bis 2030 auf 43 Prozent sinken.

Fest steht: Die Regierung muss handeln! Und: Wie sich die Parteien zur Rentenfrage positionieren, muss eure Entscheidung bei der kommenden Bundestagswahl beeinflussen!

Alle Studienergebnisse, zugehörige Grafiken und weiterführende Infos findet ihr auf der Seite zur ver.di-Rentenkampagne.