Sexismus & Gewalt

Film- und Fernsehbranche gründet Beschwerdestelle gegen Sexismus

Sexismus & Gewalt

Film- und Fernsehbranche gründet Beschwerdestelle gegen Sexismus

Anschubfinanzierung von Staatsministerin Monika Grütters, der Beauftragten für Kultur und Medien
#metoo Sexismus sexuelle Belästigung Gewalt golibtolibov, Bild-ID #181383664, Fotolia.com Nun sollten auch die Sender Farbe bekennen und dieses wichtige Vorhaben unterstützen.

Mehr als zwölf Berufs- und Branchenverbände der Film- und Fernsehbranche werden die erste überbetriebliche Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Belästigung, Gewalt und Diskriminierung gründen.

Unterstützung erhalten sie von der Beauftragten für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, mittels einer Anschubfinanzierung.

Die Gründer der externen Beschwerdestelle appellieren an die Sender, sich an dieser wichtigen Einrichtung finanziell zu beteiligen.

Nach einem runden Tisch, zu dem der Bundesverband Schauspiel zwecks Gründung einer solchen Anlaufstelle eingeladen hatte, ergriffen die folgenden Verbände und Organisationen gemeinsam die Initiative:

  • der Bundesverband Casting e.V. (BVC);
  • der Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS);
  • die Deutsche Filmakademie;
  • die Deutsche Fernsehakademie;
  • der Bundesverband Regie (BVR);
  • die Bundesvereinigung Maskenbild e.V.;
  • der InteressenVerband Synchronschauspieler e.V. (IVS);
  • der Pro Quote Film e.V.;
  • der Verband der Agenturen (VDA);
  • der Verband der Nachwuchsagenturen (VDNA);
  • der Verband der Schauspieler-Agenturen (VDSA);
  • die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Cornelia Haß, ver.di:
"Anders als in anderen Branchen wirken in unserer Film- und Fernsehlandschaft überwiegend Kreative, die als kurz befristet Beschäftigte oder selbstständige Mitarbeiter ständig zwischen Filmbetrieben ohne feste Belegschaft oder Betriebsrat hin und her wechseln und dadurch auch permanent auf Arbeitsuche sind.

Darum sind Beschwerdestellen auf betrieblicher Ebene schwer einzurichten und wenig sinnvoll. Nur eine überbetriebliche Beschwerdestelle kann ihre vom Gesetzgeber gewünschte Wirkung voll entfalten."

Ein wichtiger Schritt zu einem notwendigen Kulturwandel!

Barbara Rohm, Vorstandsmitglied Pro Quote Film

Das neue Institut soll nicht nur als erste Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Belästigung, Gewalt und Diskriminierung dienen, darüber hinaus werden Aufarbeitung und Prävention zentrale Aufgaben sein.

Das ist die Voraussetzung, um mittel- bis langfristig einen Kulturwandel und eine Bewusstseinsbildung für eine gewaltfreie Arbeitskultur zu schaffen.

Barbara Rohm, Mitglied des Vorstandes von Pro Quote Film:
"Wir freuen uns, dass der Impuls und die Initiative zur Gründung dieser Anlaufstelle aus der Branche heraus gekommen und gewachsen sind. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einem notwendigen Kulturwandel, den wir uns in unserer Branche wie gesamtgesellschaftlich zu wichtigen Genderfragen wünschen und dringend benötigen."

Heinrich Schafmeister, Vorstandsmitglied des Bundesverband Schauspiel:
"Nun sind auch die Sender aufgerufen, Farbe zu bekennen und dieses wichtige Vorhaben der Branchenverbände in angemessener Weise zu unterstützen und mitzutragen. Nur so kann die überbetriebliche Einrichtung in die Lage versetzt werden, nachhaltig zu arbeiten."

Edith Forster, Geschäftsführerin des Bundesverband Regie:
"Als nächster Schritt wird jetzt ein Trägerverein gegründet, der als Fundament der Beschwerdestelle dient."

Ziel ist es, dass die externe überbetriebliche Beschwerdestelle zeitnah ihre operative Arbeit aufnehmen kann. Das wird aller Voraussicht Anfang März 2018 sein.