Frauen in ver.di

Solidarität wirkt: Joly Talukder aus der Haft entlassen!

Frauen in ver.di

Solidarität wirkt: Joly Talukder aus der Haft entlassen!

Gewerkschaftsaktive aus Bangladesch nach friedlichen Protesten gegen Kaution freigelassen.

  

Vorsitzende der GWTUC: Joly Talukder mit ver.di-Frauenfahne ver.di FuG  – Vorsitzende der GWTUC: Joly Talukder mit ver.di-Frauenfahne

Seit Ostern saß die Gewerkschaftsaktive Joly Talukder aus Bangladesch in Isolierhaft. Nach zahlreichen Solidaritätsaufrufen und Protestaktionen wurde sie nun gegen Kaution aus der Haft entlassen.

Immer wieder hat Joly Talukder, die Vorsitzende der Textilarbeiterinnen-Gewerkschaft GWTUC in Bangladesch, über das anhaltende Verschwinden von Mitgliedern oppositioneller Parteien und Gewerkschaftsaktive geklagt.

Dann wurde sie selbst am 1. April festgenommen und in Isolierhaft gesteckt. Ihr, die sich immer wieder für die Textilbeschäftigten und die Gewerkschaftsbewegung stark gemacht hat, wurde die Stimme genommen.

Was folgte, war eine weltweite Welle der Solidarität und des friedlichen Protests, u.a. von den Koordinatorinnen der Weltfrauenkonferenz – mit Erfolg: Joly Talukder und sechs weitere inhaftierte Kolleginnen und Kollegen wurden nun gegen Kaution aus der Haft entlassen!

Deutliche Worte

Als im Dezember 2016 rund 20.000 Textilbeschäftigte in Ashulia, im größten Industriegebiet in der Nähe der Hauptstadt Dhaka, für einen höheren Mindestlohn streikten und darauf mit Gummigeschossen und Festnahmen von Gewerkschaftsaktiven geantwortet wurde, war es Joly Talukder, die deutliche Worte fand:

Wir sind wenig überrascht, dass die Fabrikbesitzer und die Regierung Hand in Hand arbeiten, um die Bewegung der Beschäftigten zu unterdrücken.

Joly Talukder im Dezember 2016 zu den Vorfällen in Dhaka

"Gewerkschaftsführende, Aktivisten sowie Beschäftigte werden verfolgt. Die Fabrikbesitzer stellen falsche Strafanzeigen, benutzen ihre Parteiaktivisten als Schläger und entlassenen Beschäftigte, um diese Bewegung zu sabotieren!"

Am 16. Mai 2016 protestierte außerdem Lucky Akhtar, Gewerkschafterin aus dem Vorstand der GWTUC, mit vielen anderen Menschen gegen die Entlassung von Textilbeschäftigten der VUE Fashion LTD Fabrik in Dakha, der Hauptstadt von Bangladesch. In der Nacht darauf wurde Lucky von mehreren Männern aus ihrem Haus abgeführt.

Auch bei diesem Vorfall war es Joly Talukder, die entschieden gegen die Entführung und das Verschwinden Lucky Akthars protestierte. Joly forderte damals entschieden Luckys bedingungslose Freilassung und von der Regierung eine Rechtskommission, die die ungesetzlichen Entführungen und Übergriffe untersucht.

Entsprechend groß war die weltweite Solidarität, als nun Joly ihrerseits Unterstützung benötigte – vielen Dank an alle Beteiligten!