Feminismus heute

Sind wir nicht alle längst schon gleichberechtigt?

Feminismus heute

Sind wir nicht alle längst schon gleichberechtigt?

Das Magazin Pinkstinks liefert Beispiele, wie viel bei der Gleichberechtigung im Alltag noch zu tun ist.
Mann, Frau, Anzug, Arbeit, Führungsposition, Berufsleben, Gerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit AndrewLozovyi, depositphotos.com Frauen arbeiten nach wie vor deutlich seltener in Führungspositionen als Männer.

Feminismus... ist noch nötig oder kann das weg? Herrscht zwischen den Geschlechtern bereits echte Gleichberechtigung, wie an so manchem Stammtisch gerne behauptet wird?

Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer in Deutschland gleichberechtigt. Zwischen Theorie und Praxis gibt es allerdings noch deutliche Unterschiede. 

Das Magazin Pinkstinks hat einige Beispiele für mangelnde Gleichberechtigung für euch zusammengestellt: 

  • Es gibt weltweit deutlich weniger Frauen in wirtschaftlichen und politischen Führungspositionen, auch in Deutschland. Pflege-, Sorge- und Haushaltsarbeit wird hingegen meist von Frauen übernommen, ist oft unbezahlt und wenig respektiert. Laut Gleichstellungsbericht der Bundesregierung leisten Frauen jeden Tag 52,4 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. 

  • Menschen mit Uterus nehmen zur Verhütung oft die Pille – und damit Nebenwirkungen in Kauf. Dazu zählen unregelmäßige Blutungen, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Verlust der Libido, aber auch Depressionsrisiko, Bluthochdruck, Blutgerinnsel oder Schlaganfall. Auch die Spirale und ähnliche Verhütungsmittel gehen zulasten von Körpern mit Gebärmutter. Die Forschung arbeitet an einer „Pille für den Mann“. Aber Nebenwirkungen wie Hodenschrumpfung, Gewichtszunahme, verringerter Sexualtrieb usw. waren bisher ein Ausschlusskriterium. 

  • Auch der Zugang zu Bildung ist ungleich verteilt. Schätzungsweise 15 Millionen Mädchen im Grundschulalter werden nie lesen und schreiben lernen – 50 Prozent mehr als bei Jungen im gleichen Alter. 

  • Sogar die Städteplanung ignoriert Frauen, wie die Geografin Leslie Kern in ihrem Buch „Feminist City“ erläutert. Verkehrsnetzwerke sind beispielsweise für Menschen gemacht, die beruflich pendeln, und nicht für Personen, die verschiedene Orte wie Kita, Schulen, Geschäfte, Ärzt*innen an einem Tag ansteuern müssen. Dabei spielt das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum eine Rolle. Dunkle Parkplätze oder verlassene Bahnhöfe schränken die Bewegungsfreiheit weiblicher Personen ein – und damit ihre Teilhabe am Leben und den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen. 

Diese Ungleichheit zeigt auch der Index des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen. Der bewertet die Entwicklung der Geschlechtergerechtigkeit in EU-Ländern in Hinblick auf Arbeit, Geld, Bildung, Zeit, Macht und Gesundheit.

Fazit: „Der Gesamtwert für die EU im Jahr liegt bei 67,9 Punkten und zeigt, dass in allen Mitgliedsstaaten dringend Fortschritte nötig sind. Der Wert hat sich seit 2017 nur um 0,5 Punkte und seit 2010 um 4,1 Punkte erhöht“, heißt es in dem Bericht. „Bei diesem Tempo wird es über 60 Jahre dauern, bis die Gleichstellung der Geschlechter in der EU erreicht ist.“

Lest hier den kompletten Artikel: 

Wir müssen also weiter aktiv bleiben und haben noch einiges zu tun, bis Gleichstellung auf allen Ebenen erreicht ist! 

Deswegen: Mitmachen, mitreden, mitbestimmen – in eurem eigenen Interesse!
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Jetzt aber los – gemeinsam für echte Gleichstellung und gute Arbeitsbedingungen!


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Kleines Mädchen spielt Superheldin.
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