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FES-Studie: Rechtspopulismus für Frauen in Europa immer attraktiver

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FES-Studie: Rechtspopulismus für Frauen in Europa immer attraktiver

Warum das so ist und welche Gegenmaßnahmen es gibt, hat die Friedrich-Ebert-Stiftung untersucht.
Frau Dämon böse Schweinehund Gefahr AlienCat, Bild-ID #212631131, Fotolia.com Wahlverhalten im Wandel: Warum wählen immer mehr Frauen rechts?

Rechtspopulismus ist reine Männersache? Weit gefehlt: Immer mehr Frauen in Europa geben ihre Stimme rechtspopulistischen Parteien. Das zeigt eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Der Grund: Rechte Parteien haben Frauen als wichtige Zielgruppe für sich entdeckt. Nicht nur die Zahl der rechten Wählerinnen geht nach oben. Auch in den Parteien spielen Frauen immer öfter wichtige Rollen.

Frauen sollen den männlich dominierten Parteien ein vermeintlich modernes und sanfteres Gesicht verleihen.

Und: Sie machen zunehmend Politik für Frauen und Familien, um auf diese Weise rechtspopulistische Positionen in der Gesellschaft zu verankern, wie die Autorinnen und Autoren der Studie zeigen.

Die Studie vergleicht die jüngsten Entwicklungen in den sechs EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Griechenland, Polen, Schweden und Ungarn.

Und sie analysiert die Gegenstrategien von gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren sowie progressiven Parteien.

Zentrale Erkenntnisse: 

  • Immer mehr Frauen wählen rechtspopulistisch, in fast allen der untersuchten Länder.
  • Frauen spielen zunehmend wichtige Rollen. Sie sollen das sanfte Gesicht der Parteien in der Öffentlichkeit sein und Identifikationsfiguren für potenzielle Wählerinnen.
  • Familienpolitik ist das Einfallstor, mit dem die Parteien versuchen, ihr Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Beispiel: Fast alle der untersuchten Parteien wollen die reproduktiven Rechte von Frauen einschränken, sie bieten aber gleichzeitig finanzielle Unterstützung für Mütter und Familien.
  • Soziale Fragen sind ein entscheidender Faktor für die Wählerinnen.
  • Feministische Gegenstrategien auf breiter gesellschaftlicher Ebene gibt es nur vereinzelt.

Die vollständige Studie gibt es auf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Download als PDF.

Dazu findet ihr ein Interview mit Elisa Gutsche, der Herausgeberin der Studie, auf der Website von Radio Eins.