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Equal Care Day 2020

Aktionstage
29.02.2020 – 29.02.2020Deutschland

Equal Care Day 2020

Am 29. Februar ist internationaler Aktionstag für mehr Wertschätzung und faire Verteilung von Care-Arbeit.
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Der Equal Care Day ist eine Initative, die Menschen, Institutionen und Verbände international dazu aufruft, einen Aktionstag zu organisieren und zu feiern, der auf die mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam macht.

Er soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass Care-Arbeit und Pflege, die dort Beschäftigten und die "sich Kümmernden" in unserer Gesellschaft allzu oft schlecht bis gar nicht honoriert werden.

  • Frank Werneke zum Equal Care Day 2020

    Foto Frank Werneke Foto: Kay Herschelmann Frank Werneke

    Auch ver.di unterstützt den Aktionstag am 29. Februar, dazu ein Statement des ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke:

    "Als Gewerkschaft für die Bereiche Gesundheit und Pflege sowie Kinderbetreuung und mit über 53 Prozent weiblichen Mitgliedern ist bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit für ver.di ein wichtiges Thema. Wir streiten seit Langem für die Aufwertung dieser überwiegend von Frauen verrichteten Tätigkeiten. Sorgearbeit ist höchst anspruchsvolle und oftmals emotional und körperlich belastende Arbeit. Und sie ist gesellschaftlich notwendig.

    Das wird aber zu wenig anerkannt: Die Arbeitsbedingungen beispielsweise in der Pflege und in der Kinderbetreuung sind oft von Stress und Überlastung geprägt und machen krank. Darunter leidet auch die Qualität der Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger. Und für viele Beschäftigte ist angesichts niedriger Löhne die Altersarmut vorprogrammiert.

    Es ist höchste Zeit, Care Arbeit in ihrer zentralen Bedeutung für die Gesellschaft zu würdigen, sie als solche sichtbar zu machen und für alle Beschäftigten und für Bürgerinnen und Bürger wertschätzend zu gestalten. Dazu gehört, den Teil der Sorgearbeit, der als entlohnte Arbeit geleistet wird, endlich aufzuwerten und den Anforderungen entsprechend zu bezahlen – wie kann es sein, dass die (männliche) Arbeit an Maschinen um ein Vielfaches besser bezahlt und anerkannt wird als die (weibliche) Arbeit mit Menschen?

    Zur Aufwertung gehört auch eine Rente, die für ein würdiges Leben im Alter reicht, ebenso wie gute Arbeitsbedingungen in der Sorgearbeit. Und eine Pflegevollversicherung, die eine professionelle und angemessen entlohnte Betreuung Pflegebedürftiger ermöglicht: Die Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Pflegebedürftigkeit darf kein individuelles Armutsrisiko sein. Und die Kosten für gute Arbeitsbedingungen und anständige Löhne in der Sorgearbeit dürfen nicht gegen die Interessen von Pflegebedürftigen ausgespielt werden.

    Mit tarifvertraglich gestalteten Arbeitszeitmodellen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern, wollen wir außerdem zur Erleichterung einer partnerschaftlichen Verteilung von Sorgearbeit beitragen.

    Am 29. Februar 2020 machen wir öffentlich gemeinsam mit den Initiatorinnen des Aktionstages auf die mangelnde Wertschätzung der gesellschaftlich notwendigen Sorgearbeit aufmerksam und setzen uns für die Aufwertung von bezahlter und unbezahlter Care Arbeit ein."

  • Hintergrundinformationen zum Aktionstag (übernommen von www.equalcareday.de)

    Care-Arbeit ist überwiegend „unsichtbare Arbeit“. Sie wird oft übergangen, genau wie der Schalttag am 29. Februar. Deswegen findet der Equal Care Day in Schaltjahren am 29. Februar und in allen anderen Jahren am 1. März statt.

    Der Equal Care Day liegt auch deshalb auf dem 29. Februar, weil Care-Arbeit zu 80 Prozent von Frauen übernommen wird, ob im Privaten, im Ehrenamt oder im professionellen Bereich. Männer übernehmen also lediglich 20 Prozent und brauchen damit vier Mal so lange, um denselben Umfang an Fürsorge- und Care-Arbeit beizutragen.

    Die Anlehnung an den Equal Pay Day und die Lohnlücke bei den Gehältern ist also bewusst: Da Care-Arbeit zum überwiegenden Teil von Frauen geleistet wird, trägt der Care Gap ganz wesentlich zum Pay Gap bei. Doch während anlässlich des Equal Pay Day seit vielen Jahren über ungleiche Bezahlung und mögliche Lösungswege gestritten wird, wurde der Gender Care Gap mit seinen sozialen Verwerfungen bislang kaum beachtet.

    Die Bildung und Erziehung von Kindern, das Pflegen von Kranken, Alten, Menschen mit Behinderung, die ‚Mental Load‘ im privaten Haushalt: wer pflegt und versorgt, wer kocht und füttert, wer putzt, räumt auf, wäscht und kümmert sich – und zu welchem Preis?

    Die systematische Schieflage wird Frauen allzu oft und immer noch als persönliche Entscheidung zur Last gelegt. Die Aufteilung läge angeblich in der Natur der Sache, Mutterliebe und Empathie würden Mädchen eben in die Wiege gelegt. Warum aber rechtfertigt der trübe Blick in die Steinzeit die mangelnde Wertschätzung dieser Leistung? Und warum genügt dieses Narrativ, um fürsorgliche Menschen lebenslang finanziell zu benachteiligen?

    Die Initiative Equal Care Day fordert eine faire Bezahlung der professionellen Pflegearbeit und eine gerechtere Verteilung der privaten Care-Arbeit sowie den Abbau struktureller Diskriminierung. Sie bietet allen, vor allem aber Organisationen, die im Umfeld Care und Pflege, Familienarbeit und Geschlechtergerechtigkeit aktiv sind, die Möglichkeit, sich gemeinsam zu engagieren und mit allen Beteiligten Lösungen zu diskutieren.

    2016 wurde der Equal Care Day von Almut Schnerring und Sascha Verlan ins Leben gerufen, seit 2018 wird er vom gemeinnützigen Verein klische*esc e.V. organisiert.

    Zum Aktionstag am 29.02. gibt es übrigens ein BarCamp mit Tagung und Abendgala in Bonn:


    Mehr Infos, Anregungen und Material zum Aktionstag findet ihr auf der Webseite zum Equal Care Day.

  • Lesetipps zur Sorgearbeit


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