Gleichstellung

Gutachten zum dritten Gleichstellungsbericht

Gleichstellung im Betrieb

Gutachten zum dritten Gleichstellungsbericht

Die zentrale Frage: Wie lässt sich „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“?
Digitalisierung Teilhabe Gleichstellung Frau Mann Elnur_, depositphotos.com Welche Weichenstellungen benötigt die digitale Wirtschaft für geschlechtergerechte Verwirklichungschancen?

Am Dienstag, den 26. Januar 2021, hat die Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung ihr Gutachten „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“ an die Bundesgleichstellungsministerin Franziska Giffey übergeben.

„Welche Weichenstellungen sind erforderlich, um die Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft so zu gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben?“ lautete der Berichtsauftrag der Bundesregierung. Die Sachverständigenkommission hat daraufhin in ihrem Gutachten für die Digitalisierung relevante Bereiche ausdifferenziert – die Digitalbranche, die digitale Wirtschaft, die digitalisierte Wirtschaft und die Digitalisierung der Gesellschaft – und diese bearbeitet.

„Die Digitalisierung öffnet ein Gelegenheitsfenster“, so die Vorsitzende der Sachverständigenkommission, Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok bei der Übergabe des Gutachtens. „In diesem scheinbar rein technischen Prozess können und müssen wir herrschende Geschlechterverhältnisse sichtbar machen, Geschlechterstereotype hinterfragen und Machtverhältnisse neu verhandeln. Denn ob wir mit der Gleichstellung der Geschlechter vorankommen oder zurückfallen, hängt von den Rahmenbedingungen und der Gestaltung der digitalen Transformation ab.“

Qualifizierungsoffensiven müssen bewirken, dass Frauen Aussichten auf bessere – und besser bezahlte – digitale Beschäftigungsverhältnisse erhalten. Denn unfair verteilte Chancen zwischen Frauen und Männern haben auch in der digitalen Arbeitswelt nichts zu suchen!

Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Dazu Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende:
„Damit liegen endlich umfangreiche Erkenntnisse zu den Folgen des digitalen Wandels speziell für Frauen vor. Jetzt gilt es, diesen Wandel so zu gestalten, dass Frauen nicht ins Hintertreffen geraten. Klar ist schon jetzt, dass Frauen mehr und bessere Weiterbildungsangebote brauchen.

Unser Anspruch geht aber viel weiter: Neben der Sicherung von Beschäftigung müssen Qualifizierungsoffensiven bewirken, dass Frauen Aussichten auf bessere – und besser bezahlte – digitale Beschäftigungsverhältnisse erhalten. Arbeitgeber und politisch Verantwortliche sind gefragt, dafür spezifische Weiterbildungsprogramme gezielt für Frauen aufzulegen und zu fördern.

Mit den Gleichstellungsberichten, der Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung und der geplanten Bundesstiftung für Gleichstellung verbinden wir die Hoffnung, dass die Geschlechterperspektive auch im digitalen Wandel von der Politik stärker berücksichtigt wird!“

Die Sachverständigenkommission spricht sich für eine soziotechnische Perspektive auf Digitalisierung aus. Dies bedeutet, den Einsatz automatisierter Prozesse in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu betrachten, zu beurteilen und aktiv zu gestalten.

„In unserem Gutachten formulieren wir 101 Handlungsempfehlungen, um die Verwirklichungschancen im Zuge der Digitalisierung für alle zu stärken – unabhängig vom Geschlecht“, so Yollu-Tok. „Dafür müssen die Rahmenbedingungen der Digitalisierung gestaltet werden. Das hat auch Konsequenzen für die Gleichstellungspolitik, denn wo neue Barrieren und Herausforderungen entstehen, müssen Ziele, Regelungen, Strukturen und Instrumente angepasst werden.“

Mit der Übergabe ist das Gutachten für den Dritten Gleichstellungsbericht hier auf der Seite der Geschäftsstelle für den Dritten Gleichstellungsbericht abrufbar, Printexemplare können hier per E-Mail bestellt werden.

Das BMFSFJ wird nun die Ressortabstimmung zur Stellungnahme der Bundesregierung einleiten und dann das Gutachten einschließlich der Stellungnahme voraussichtlich im Mai 2021 dem Kabinett vorlegen.

Mehr Infos zu den Hintergründen der Gleichstellungsberichte findet ihr hier auf der Homepage zum Dritten Gleichstellungsbericht!

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