Frauenförderung

Die feste Quote wirkt – und nur die!

Frauenförderung

Die feste Quote wirkt – und nur die!

Bei den Frauen- und Männeranteilen in Führungsebenen tut sich freiwillig nur wenig.
Business Team Frauenquote Frauenanteil Management pressmaster, depositphotos.com Die geplante Novelle des Führungspositionengesetzes muss zügig umgesetzt werden!

Freiwillig tut sich wenig, nur die feste Quote wirkt – das belegen erneut die aktuellsten Berichte zur Entwicklung des Frauenanteils in Führungspositionen, die Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht gemeinsam vorgelegt haben.

Die „dritte und vierte jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes“ wurden am 10. Juni 2020 vom Bundeskabinett beschlossen und anschließend dem Deutschen Bundestag zugeleitet.

Im Bereich der Privatwirtschaft ist demnach der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Unternehmen, die unter die feste Quote fallen, weiter gewachsen. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes 2015 stieg er von 25 Prozent auf 32,5 Prozent im Jahr 2017 und in diesem Jahr sogar auf 35,2 Prozent. Im Vergleich dazu sind es bei Unternehmen, die nicht unter die feste Quote fallen, allerdings nur magere 19,9 Prozent.

Ernüchternd ist der Blick auf die Entwicklung in den Vorständen deutscher Unternehmen. Hier sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Ihr Anteil erhöhte sich seit 2015 lediglich von 6,3 Prozent auf 7,7 Prozent im Geschäftsjahr 2017. 80 Prozent der Unternehmen haben keine Frau im Vorstand. Etwa 70 Prozent der Unternehmen, die sich Zielgrößen für den Vorstand setzten, meldeten Zielgröße 0 Prozent.

„Umso wichtiger ist, dass wir endlich die Reform des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen angehen. Unsere Vorschläge liegen seit langem auf dem Tisch", betonte Bundesfrauenministerin Giffey.

Die Zahlen zeigen erneut das seit Jahren bekannte Dilemma: Mit Freiwilligkeit kommen wir einfach nicht weiter, ohne politischen Druck bewegt sich gar nichts.

Dr. Franziska Giffey, Bundesfrauenministerin

"Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie wird überdeutlich: Frauen stehen in vorderster Reihe, um die aktuelle Krise zu bewältigen, allen voran in den sozialen Berufen. Aber in den Führungspositionen sind sie systematisch unterrepräsentiert.

Dabei wissen wir aus vielen Studien: Die besten Entscheidungen treffen Führungsteams, in denen Männer UND Frauen vertreten sind. Und das gilt besonders dann, wenn Unternehmen in Krisensituationen stecken.

Frauen in Führungspositionen sind also keine Belastung der Wirtschaft in schwierigen Zeiten, sondern fördern den wirtschaftlichen Erfolg und stehen für eine moderne Unternehmenskultur“, so Ministerin Giffey.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärte: "Die in der vergangenen Legislaturperiode eingeführte Aufsichtsratsquote hat Wirkung gezeigt. Im Vergleich zu Unternehmen, die noch nicht einer fixen Quote unterliegen, hat sich der Frauenanteil hier deutlich gesteigert.

Diesen Erfolg wollen wir fortschreiben: Wir wollen die Aufsichtsratsquote flächendeckend auf alle paritätisch mitbestimmten Unternehmen in Deutschland ausweiten. Das Erfordernis der Börsennotierung soll künftig wegfallen.

Zudem sollte bei großen Unternehmen ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau im Vorstand sein. In unserem Land gibt es ausreichend exzellent ausgebildete Frauen, die Leitungsverantwortung übernehmen wollen und vor allem auch können."

Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, warnte in diesem Zusamenhang, "dass Frauen in Führungspositionen fehlen. Deren Perspektiven und Lebenserfahrungen finden auf Entscheidungsebene kaum Eingang ins Krisenmanagement. Das kann nicht gut gehen!

Damit die Krisenwirtschaft nicht zur Männerwirtschaft wird, muss die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen durch eine feste Quote geregelt werden, und ihr Geltungsbereich muss ausgedehnt werden.

Die geplante Neuregelung des Führungspositionengesetzes betrifft konkret 30 von 72 Unternehmen, nämlich all diejenigen, die bislang noch keine Frau im Vorstand haben. Dreißig Frauen! Das sollte machbar sein. Die geplante Novelle muss also zügig umgesetzt werden", so Küppers weiter.

Hier findet ihr die beiden vollständigen Pressemitteilungen zum Thema:

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© Kay Herschelmann