Gute Arbeit

Ein Schritt in Richtung Aufwertung

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Ein Schritt in Richtung Aufwertung

ver.di-Bundestarifkommission berät das Ergebnis noch diese Woche

ver.di und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben sich in einem dreitägigen Verhandlungsmarathon auf Nachbesserungen der Schlichtungsempfehlung verständigt: „Das Ergebnis sieht Verbesserungen für das Gros der Beschäftigten vor. Ein Durchbruch ist möglich geworden, weil die Arbeitgeber – anders als im August – zu einer deutlichen Veränderung der Schlichtungsempfehlung bereit gewesen sind.

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"Die Verhandlungskommission empfiehlt der Bundestarifkommission und den Mitgliedern die Annahme dieses Ergebnisses", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske nach den Verhandlungen in Hannover.

Die kommunalen Arbeitgeber rechnen nach eigenen Angaben mit 315 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr, was bedeutet, dass sie noch einmal neun Millionen auf das Ergebnis der Schlichtung draufgelegt haben.

Die Vereinbarung sieht vor, dass zumeist jüngere Erzieherinnen und Erzieher in den unteren Erfahrungsstufen besser gestellt werden als zuvor. Einschließlich der aktuell ausgehandelten Anhebungen erhalten Vollzeitbeschäftigte nun zwischen 93 und 138 Euro mehr pro Monat. Damit sei es gelungen, dass im Berufsfeld Kindererziehung die Beschäftigten gleichmäßiger von einer Aufwertung profitieren und der Beruf für Einsteiger/innen attraktiv bleibt.

Zusätzlich gibt es nun auch Verbesserungen für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im allgemeinen Sozialdienst, die vom Schlichtungsergebnis nicht profitiert hätten. Sie erhalten zwischen 30 und 80 Euro monatlich mehr.

„Wir bedauern, dass es nicht gelungen ist, für Sozialarbeiter außerhalb des allgemeinen Sozialdienstes mehr zu erreichen, als in der Schlichtungs- empfehlung vorgesehen war. Angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung der wichtigen Arbeit von Sozialarbeitern und -pädagogen ist für künftige Aufwertungen noch viel Luft nach oben“, so Bsirske. Wie in der Schlichtungs- empfehlung vorgesehen, profitieren auch die Leitungen von Kindertagesstätten und Einrichtungen der Behindertenhilfe.

„Das jetzt ausgehandelte Ergebnis trägt den Wünschen und Erfordernissen der Beschäftigten eher Rechnung als die abgelehnte Schlichtungsempfehlung“

Frank Bsirske, ver.di Bundesvorsitzender

Bsirske sagte, die erneuten Verhandlungen seien sinnvoll und richtig gewesen, wenngleich die Arbeitgeber eine signifikante Ausweitung des Verteilungsvolumens abgelehnt hätten. Allerdings seien beide Seiten in den Gesprächen daran interessiert gewesen, eine weitere Eskalation des Tarifkonflikts zu vermeiden.

Die Vereinbarung soll rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft treten und bis zum 30. Juni 2020 laufen. Ab 1. Juli 2019 sind Gespräche über die Erfahrungen mit dem Tarifabschluss vereinbart. „Die jahrzehntelange Lohndiskriminierung sozialer und frauentypischer Berufe lässt sich nicht im Handstreich beseitigen, bleibt aber weiter gewerkschaftliche Aufgabe. Das Ergebnis ist ein erster Schritt in Richtung Aufwertung, dem weitere folgen müssen“, betonte Bsirske.

Zur Zeit können die Kolleginnen und Kollegen in der Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis entscheiden. Es gilt eine Erklärungsfrist bis zum 31. Oktober 2015.