Gute Arbeit

Wir fordern 1.200 Euro Mindest-Kurzarbeitergeld!

Gute Arbeit

Wir fordern 1.200 Euro Mindest-Kurzarbeitergeld!

ver.di und NGG starten Petition zur Unterstützung der Beschäftigten im Niedriglohnsektor.
Junge Frau POC Stress Existenz Angst Sorge Geldnot hozard, clipdealer.de Im Niedriglohnbereich, wo viele Branchen von Kurzarbeit betroffen sind, arbeiten besonders viele Frauen.

Der Corona-Lockdown trifft gerade Frauen und Beschäftigte im Niedriglohnsektor besonders hart.

Die Bundesregierung hat sich mit den Landesregierungen auf eine Verlängerung und weitere Verschärfung der Corona-bedingten Einschränkungen verständigt. Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen sind Maßnahmen zu treffen, die Menschenleben zu schützen und die Pandemie zu überwinden helfen, dessen sind auch wir uns bewusst.

Wir erleben allerdings auch die gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Beschlüsse auf die Beschäftigten der von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) organisierten Branchen. Weiterhin geschlossene Hotels, Cafés, Restaurants, Friseurläden, Kinos, Geschäfte im Einzelhandel – um nur einige zu nennen – haben schwerwiegende Folgen.

Viele hunderttausend Beschäftigte der betroffenen Branchen sind erneut in Kurzarbeit oder haben bereits ihren Arbeitsplatz verloren. Von den über 1 Mio. Beschäftigten sind weit über 60 Prozent Frauen! Der überwiegende Teil von ihnen wird im November 2020 im dritten oder vierten Monat des Kurzarbeitergeld-Bezuges gewesen sein und somit 80 Prozent (87 Prozent mit Kindern) ihres Nettogehalts erst ab Februar oder März 2021 erhalten.

In diesem Winter muss demnach ein Großteil der Beschäftigten in Niedriglohnbereichen mit 70 Prozent (bzw. 77 Prozent) Kurzarbeitergeld über die Runden kommen.

Nach Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung sind große Teile der Niedriglohnbeziehenden trotz Kurzarbeitergeld in existentielle Nöte geraten. Denn 60 oder 70 Prozent von einem ohnehin sehr niedrigen Einkommen sind existenzgefährdend wenig!

Frauen* trifft es besonders hart: Zum einen verzeichnen weibliche Erwerbstätige im Schnitt niedrigere Einkommen. Zum anderen erhielten die Frauen* seltener eine Aufstockung des Kurzarbeitsgeldes über das gesetzlich vorgesehene Niveau hinaus. Das liegt an den ohnehin schon niedrigeren Löhnen, aber auch an der in diesen Branchen oftmals fehlenden Tarifbindung.

Während im vergangenen November 46 Prozent der kurzarbeitenden Männer von einer Aufstockung profitierten, waren es unter den Kurzarbeiterinnen lediglich 36 Prozent.

Es darf nicht sein, dass Menschen, die aufgrund von Corona-Maßnahmen nicht arbeiten können, zum Jobcenter gehen müssen und auf aufstockende Grundsicherung angewiesen sind. Die Beschäftigten brauchen eine schnelle, verlässliche und unbürokratische finanzielle Absicherung!

Unsere Kolleginnen und Kollegen benötigen in dieser dramatischen Situation eure Unterstützung: Wir fordern für sie die Einführung eines branchenunabhängigen Mindest-Kurzarbeitergeldes von 1.200 Euro. Berechnungsbasis ist der gesetzliche Mindestlohn.

Bitte helft mit und setzt euch mit uns gemeinsam dafür ein: Unterzeichnet unsere Online-Petition für das Mindest-Kurzarbeitergeld und leitet sie in eurem beruflichen und privaten Umfeld weiter!

Diesen Aufruf und zusätzliche Details zu unserer Forderung findet ihr hier als PDF, gerne ebenfalls zum Weiterleiten: 


Und was hilft noch in schwierigen Zeiten? Zusammenhalt und Solidarität!

Seid dabei, denn nur gemeinsam sind wir stark! Damit wir gerade in Krisenzeiten erfolgreich verhandeln können – in eurem Interesse!
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Frauen aktiv für Tarif und gute Arbeit
© Moritz Braukmüller / ver.di Jugend