Gute Arbeit

Wer profitiert von 12 Euro Mindestlohn?

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Wer profitiert von 12 Euro Mindestlohn?

WSI, Böckler-Impuls und DGB-klartext liefern Analysen und neue Aspekte zum Topthema der Lohnuntergrenze.
Kasse Café Gastronomie Frau Kassiererin Mindestlohn Andrea Piacquadio, pexels.com Der DGB fordert von der Politik unterstützende Maßnahmen für die Tarifbindung.

Höherer Mindestlohn begünstigt vor allem Frauen und Beschäftigte in Betrieben ohne Tarifbindung.

Aufgrund ihrer höheren Betroffenheit von Niedriglöhnen würden Frauen zu den Hauptbegünstigten eines höheren Mindestlohns zählen, insbesondere wenn sie Teilzeit arbeiten und/oder einen befristeten Arbeitsvertrag haben. Auch Beschäftigte in kleineren Betrieben ohne Tarifbindung würden überproportional von einer Anhebung des Mindestlohns profitieren.

Etwa zwei Drittel der Personen, die aktuell unter 12 Euro brutto pro Stunde verdienen, sind Frauen. Durch die Anhebung des Mindestlohns würde vor allem die Entlohnung von Beschäftigten ohne Tarifvertrag verbessert, denn diese sind rund dreimal so häufig von Niedriglöhnen betroffen wie Beschäftigte mit Tarifvertrag. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI):

Zum Thema liefert außerdem der WSI-Policy Brief Einblicke aus der WSI-Lohnspiegel-Datenbank:

Im Herbst 2020 hat die EU-Kommission Vorschläge für höhere und weiter reichende Mindestlöhne und zur Stärkung der kollektiven Lohnfindung vorgelegt. Die Begründung „liest sich wie das komplette Gegenprogramm zur Politik in der Finanzkrise“, so eine Analyse der Arbeitsmarktexperten Thorsten Schulten vom WSI und Torsten Müller vom Europäischen Gewerkschaftsinstitut ETUI:

Dabei ist klar: Der Mindestlohn kann nur die unterste Haltelinie sein. Wirklich gute Lohn- und Arbeitsbedingungen gibt es nur mit Tarifverträgen! Doch nur noch 51 Prozent der Beschäftigten sind tarifgebunden. Vor allem im Osten gibt es viele tariffreie Zonen.

Auch deshalb braucht die Tarifbindung unterstützende Maßnahmen seitens der Politik: Öffentliche Aufträge und Fördergelder sollten nur noch an Unternehmen gehen, die Tarifverträge anwenden. Gleichzeitig muss die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen erleichtert werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) redet Klartext:


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© Moritz Braukmüller / ver.di Jugend