Gute Arbeit

DGB: Aktuelle YouGov-Umfrage zu geringfügiger Beschäftigung

Gute Arbeit

DGB: Aktuelle YouGov-Umfrage zu geringfügiger Beschäftigung

Repräsentative Umfrageergebnisse stehen im Widerspruch zum Modell Minijob
Supermarkt, Einkaufen, Preise, Bezahlung Existenzminimum Anna Shvets, pexels.com Besonders Frauen leiden unter der fehlenden sozialen Sicherheit durch Minijobs.

Im Frühjahr 2022 führten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und YouGov eine Umfrage zu geringfügiger Beschäftigung durch, die Ergebnisse sprechen erneut gegen eine Ausweitung von Minijobs.

Aktuell sind Beschäftigte in Deutschland, die sich in einer geringfügigen Beschäftigung bis 450 Euro pro Monat befinden, nicht sozialversichert. Die Sozialversicherung unterstützt bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und Pflegebedürfnis. Zusätzlich werden durch die Sozialversicherung Ansprüche für eine gesetzliche Rente im Alter erworben.

Die Regierung will die Minijobgrenze noch 2022 auf 520 Euro anheben. Wir als Frauen in ver.di sehen das äußerst kritisch und haben bereits Ende Februar eine Aktion gegen die Ausweitung der Minijobgrenze gestartet. 

Untermauert werden unsere zahlreichen Gründe gegen Minijobs nun von einer repräsentativen Umfrage, die der DGB in Zusammenarbeit mit dem YouGov Panel Deutschland im April 2022 zum Thema geringfügige Beschäftigung durchgeführt hat. Die wichtigsten Ergebnisse stellen wir euch hier vor:

Ein Großteil spricht sich dafür aus, dass Frauen finanziell auf eigenen Beinen stehen sollen. Dies steht im klaren Widerspruch zum Modell Minijob.

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende

Finanzielle Unabhängigkeit?!

Besonders bei Frauen ist die Rate der Minijobber hoch und sie sind häufiger abhängig vom Einkommen anderer. Auf die Frage "Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen wären gegeben (z. B. ausreichende Kinderbetreuung): Inwiefern würden Sie es befürworten oder ablehnen, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit erhöhen und sich selbst finanziell absichern?antworteten die Befragten wie folgt:

  • 43 Prozent würden dies voll und ganz befürworten,
  • 31 Prozent würden dies eher befürworten,
  • acht Prozent lehnen dies eher ab 
  • und nur vier Prozent lehnen es voll und ganz ab, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit erhöhen.
  • 14 Prozent der Befragten sind sich unsicher oder machten keine Angabe.

Sozialversicherungsschutz ab dem ersten Euro?!

Sozialversicherungspflicht Umfrage  Minijobs  Yougov geringfügige Beschäftigung DGB Knapp zwei Drittel der Befragten sprechen sich für eine Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro aus!

In Zeiten wachsender Fachkräftelücken ist es unverantwortlich, wenn die Koalition weiteren Schaden für den Arbeitsmarkt billigend in Kauf nimmt.

Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied

Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied, positioniert sich im Zuge der Umfrageergebnisse auch deutlich gegen eine Ausweitung der Minijobgrenze. Da sich fast zwei Drittel der Befragten für einen Sozialversicherungsschutz ab dem ersten Euro ausgesprochen haben, läge der Ball jetzt im Feld der Fraktionen. Die Ampel dürfe das klare Nein zu Minijobs nicht ignorieren. Weiter sagt Piel, dass Minijobs falsche Anreize schaffen würden, Arbeitszeit zu begrenzen, und damit auch Qualifikation und den Wert von Weiterbildung entwerten würden. 

Wir machen uns weiter stark gegen eine Ausweitung der Minijobgrenze – für gute Arbeit und finanzielle Unabhängigkeit, gerade von Frauen! 


Und was bringt außerdem soziale Sicherheit? Eine starke Gewerkschaft!

Seid dabei und gebt uns Rückendeckung! Als ver.di-Mitglied und damit als Teil unserer Basis könnt ihr uns effektiv unterstützen. Denn wir sind umso stärker, je mehr wir sind. Und umso besser setzen wir auch unsere gemeinsamen Forderungen durch.

Deswegen: Mitmachen, mitreden, mitbestimmen – in eurem eigenen Interesse!
Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – gemeinsam für faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

Mehr zu Minijobs findet ihr in unserem Info-Pool: hier per Klick!

Minijob Putzkraft Frau Putzfrau Reinigung prekäre Arbeit Mindestlohn
© AndreyPopov, depositphotos.com