Gute Arbeit

Schlechte Arbeitsbedingungen mindern die Qualität

ver.di-Arbeitsberichterstattung zu Guter Arbeit im Dienstleistungssektor und Beispiele aus dem Berufsalltag
03.02.2023
Besonders im Gesundheitssektor leiden Pflegebedürftige oft unter den schlechten Arbeitsbedingungen.

Gute Arbeitsbedingungen kommen der Kundschaft, Pflegebedürftigen oder Studierenden zugute und dienen dem Gemeinwohl. So lautet das zentrale Ergebnis einer Sonderauswertung der repräsentativen Umfrage im Dienstleistungssektor zum DGB-Index Gute Arbeit.

Die neue ver.di-Arbeitsberichterstattung „Gute Arbeit, Dienstleistungsqualität, Gemeinwohl“ zeigt, wie sehr die Qualität der Dienstleistung mit der Qualität der Arbeitsbedingungen zusammenhängt. Sind die Arbeitsbedingungen insgesamt schlecht, müssen 51 Prozent der Beschäftigten sehr häufig oder oft Abstriche bei der Dienstleistungsqualität machen.

Bei guten Arbeitsbedingungen beträgt dieser Anteil hingegen nur vier Prozent. Die schlechtesten Ergebnisse gibt es ausgerechnet in Sektoren, die für das Gemeinwohl außerordentliche Bedeutung haben und auf eine qualitätssichernde Ausstattung durch die öffentliche Hand angewiesen sind.

 

Arbeitsbedingungen, die krank machen, sind nicht nur für die Betroffenen unzumutbar!

Christoph Schmitz, ver.di-Bundesvorstand

Im Bereich Erziehung und Unterricht sind es 38 Prozent, die bedingt durch ein übergroßes Arbeitspensum häufig Abstriche an der Dienstleistungsqualität machen müssen, bei den Gesundheits- und Sozialberufen sind es 35 Prozent.

Das unterstreicht einmal mehr unsere Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen in von Frauen dominierten Berufsfeldern! 

Dass schlechte Arbeitsbedingungen sich nicht nur negativ auf die jeweilige Dienstleistung auswirken, sondern auch an der psychischen Gesundheit kratzen, beschreibt Kirsten Seyfarth in ihrem Porträt über die Jenaer Pflegefachkraft Julia Huschenbett. Die Pflegefachkraft tritt für die 38,5-Stunden-Woche an den drei Landesuniversitäts­kliniken in Ostdeutschland ein. In den Landesunikliniken im Westen sind 38,5 Wochenstunden längst Realität.

Christoph Schmitz aus dem ver.di-Bundesvorstand stellt im Vorwort zur neuen Arbeitsberichterstattung fest: "Arbeitsbedingungen, die krank machen und in die Berufsunfähigkeit treiben, sind nicht nur für die Betroffenen unzumutbar, sie richten auch aus volkswirtschaftlicher und sozialmedizinischer Sicht immensen Schaden an."

Beim ver.di-Ressort für Innovation und Gute Arbeit findet ihr die neue ver.di-Arbeitsberichterstattung Nr. 16 (PDF | 6,95 MB) mit den einzelnen Grafiken zu Präsentationszwecken. Eine Bestellung per Formular ist ebenfalls möglich.

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Frauen aktiv für Tarif und gute Arbeit
© Moritz Braukmüller / ver.di Jugend