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Lieber unabhängig

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Sobald Frauen mehr verdienen, bevorzugen sie getrennte Kassen.
Getrenntes Wirtschaften in einer Partnerschaft wird umso wahrscheinlicher, je mehr die Frau verdient. Syda Productions, Fotolia.com Getrenntes Wirtschaften in einer Partnerschaft wird umso wahrscheinlicher, je mehr die Frau verdient.

Die meisten Paare legen zwar ihr Einkommen zusammen. Doch wenn Frauen mehr verdienen, bevorzugen sie getrennte Kassen. (Quelle: Böckler Impuls 06/2017)

Die Sozialwissenschaftlerin Yvonne Lott von der Hans-Böckler-Stiftung weist in einer empirischen Studie nach, dass getrenntes Wirtschaften in einer Partnerschaft umso wahrscheinlicher wird, je mehr die Frau verdient.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 75 Prozent der befragten Paare verwalten der Analyse zufolge ihr Geld gemeinsam;
  • 15 Prozent verwalten es unabhängig voneinander;
  • 9 Prozent verwalten es zum Teil getrennt.

Auch wenn Faktoren wie die Dauer der Beziehung, das Alter oder die Ausbildung der Partner herausgerechnet werden, bleibt ein signifikanter Unterschied zwischen ehelichen und nichtehelichen Beziehungen:

  • von den nichtehelichen Lebensgemeinschaften wirtschaften weniger als 30 Prozent gemeinsam;
  • bei den Ehepaaren sind das 83 Prozent.

Auch das Einkommen der Frau hat maßgebliche Bedeutung:
Bei Paaren mit getrennter Kasse ist das Einkommen der Frau im Schnitt fast doppelt so hoch wie bei denen, die ihre Finanzen gemeinsam verwalten. Einkommenszuwächse auf Seiten der Partnerin erhöhen signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass Paare unabhängig voneinander haushalten.

Fazit:
Lott schließt daraus, dass Frauen in einer Beziehung stark an finanzieller Unabhängigkeit interessiert sind und diesen Wunsch realisieren, sobald sie sie es sich leisten können. Ein wichtiger Grund: In traditionellen Partnerschaften laufe ein gemeinsames Konto oft darauf hinaus, dass der Mann einseitig Kontrolle über die Finanzen ausübt.

Den vollständigen Beitrag aus dem Böckler Impuls 06/2017 mit weiteren Infos und Grafiken findet ihr auf der Website der Hans-Böckler-Stiftung.