Rente

Frauen in Bremen sind besonders von Altersarmut bedroht

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Frauen in Bremen sind besonders von Altersarmut bedroht

DGB-Rentenreport: Drei Viertel der Bremerinnen und knapp die Hälfte der Bremer gelten als arm.
Rente Altersarmut Hand Geld Euro Münzen Wolfgang Eckert, pixabay.com 20 Prozent der Neurentnerinnen in Bremen bekommen nicht mal 300 Euro Rente pro Monat.

Der DGB-Rentenreport Bremen 2020 liefert alarmierende Ergebnisse: Schon jetzt erhält ein Großteil der Rentnerinnen und Rentner in Bremen und Bremerhaven Altersbezüge, die in die Armutsfalle führen.

Gründe für diese Entwicklung sind laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) zum einen die rentenpolitischen Entscheidungen Anfang der 2000er Jahre, die zu einer Absenkung des Rentenniveaus führten. Zum anderen sorgen niedrige Löhne und atypische Beschäftigungsverhältnisse für zusätzliche Probleme: Wer dauerhaft geringe Löhne bezieht, bekommt später auch eine niedrige Rente.

Die aktuelle Rentenentwicklung schlägt sich in der hohen Armutsgefährdung von Rentnerinnen und Rentnern im Land Bremen nieder. Drei Viertel der Rentnerinnen und 47 Prozent der Rentner, die 2018 erstmals eine Rente erhielten, bekamen Renten unterhalb der Armutsgefährungsschwelle von 1.035 Euro. Frauen sind demnach besonders von Altersarmut betroffen. 20 Prozent der Neurentnerinnen erhalten Renten unter 300 Euro.

„Der DGB-Rentenreport Bremen 2020 zeigt einen dringenden Handlungsbedarf auf“, so Annette Düring, DGB-Vorsitzende in Bremen.

Gerade Branchen mit vielen weiblichen Beschäftigten sind von niedrigen Löhnen, prekären, atypischen Beschäftigungsverhältnissen und Tarifflucht betroffen.

Annette Düring, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bremen

Die großen Unterschiede zwischen Rentnerinnen und Rentnern sind ein Spiegelbild der geschlechtsspezifischen Ungleichheiten im Erwerbsleben. Zwar ist der Anteil atypischer Beschäftigung in Bremen zuletzt leicht zurückgegangen, liegt jedoch mit 39,4 Prozent immer noch viel zu hoch.

Annette Düring betont: „Gute Löhne sind häufig Männerlöhne. Frauen haben oft schlechtere Rentenerwartungen. Es braucht also nicht nur einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Auch der Arbeitsmarkt muss in Ordnung gebracht, der Niedriglohnsektor zurückgedrängt und die Tarifbindung gestärkt werden.“

Sogar erhöhter Handlungsbedarf besteht laut Düring bei der Erwerbsminderungsrente. Zwar hat sich ihre Höhe leicht verbessert, dennoch liegen Erwerbsminderungsrenten immer noch mehrheitlich unter der Armutsgefährungsschwelle von 1.035 Euro: Dies galt 2018 für 90 Prozent der Frauen und 81 Prozent der Männer im Land Bremen. Die Erwerbsminderungsrente stellt somit ein zentrales Armutsrisiko dar. 

„Der DGB Bremen und seine Mitgliedsgewerkschaften begrüßen, dass die Bundesregierung die Grundrente auf den Weg gebracht hat. Nun sind jedoch weitere rentenpolitische Schritte nötig, um das gesetzliche Rentenniveau vor einem weiteren Sinkflug zu stoppen und Altersarmut, insbesondere für Frauen, effektiv zu bekämpfen“, fasst Annette Düring die Ergebnisse des DGB-Rentenreports Bremen 2020 zusammen.

„Um der zunehmenden Altersarmut entgegenzuwirken und das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, muss die Regierung weitere Schritte einleiten!“

Der DGB fordert von der Politik:

  • das Rentenniveau auf 48 Prozent zu stabilisieren und im nächsten Schritt auf 50 Prozent anzuheben;
  • versicherungsfremde Leistungen voll aus Steuermitteln zu finanzieren und Griffe in die Rentenkasse durch ungedeckte Leistungen zu unterbinden, um die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken;
  • die Rentenversicherung mittelfristig als Erwerbstätigenversicherung auszubauen und die Basis ihrer Beitragszahlerinnen und -zahler zu stärken;
  • dringend eine Verbesserung der Erwerbsminderungsrente und eine Reduzierung der Zahl an Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern. Der Schlüssel dazu ist gute Arbeit und eine Stärkung des betrieblichen Gesundheitsschutzes.

Mehr Details, Hintergrundinformationen und der komplette DGB-Rentenreport:

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