Sexismus & Gewalt

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Sexismus & Gewalt

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Die neue Bundesregierung muss die Istanbul-Konvention konsequent umsetzen.
Schweigen Gewalt Frau silence allows violence Anete Lusina, Pexels.com Gemeinsam laut gegen Gewalt an Frauen!

In der Corona-Pandemie ist die Zahl der häuslichen Gewalt weltweit und auch in Deutschland deutlich gestiegen. Hierzulande stieg sie um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr an (kriminalistische Auswertung Partnerschaftsgewalt 2020). Jede dritte Frau war schon mindestens einmal physischer oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt. 

Während die Kriminalstatistik weiter ansteigt, erfährt das Thema in der Pandemie besondere Relevanz: Lockdown, geschlossene Kitas und Schulen, Wohnverhältnisse, in denen die Betreuung von Kindern und das Arbeiten im Homeoffice auf engem Raum stattfinden – all das bringt die Betroffenen an ihre Grenzen.

„Ob es um einen sexuellen Übergriff am Arbeitsplatz, weibliche Genitalverstümmlung, Verbrechen im Namen der sogenannten Ehre, Frauenhandel, Zwangsprostitution, Früh- und Zwangsverheiratung oder häusliche Gewalt geht – wir sagen entschieden NEIN zu jeder Form von Gewalt an Frauen und Mädchen“, so ver.di- Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Gerade jetzt, wo sich die pandemische Lage wieder zuspitzt, brauchen wir mehr niederschwellige Angebote für von Gewalt bedrohte Frauen und Mädchen, und wir brauchen viel mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft“, sagte die Gewerkschafterin.

„Wir dürfen nicht wegsehen und fordern die neue Bundesregierung auf, die vor inzwischen drei Jahren unterzeichnete Istanbul-Konvention des Europarates zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt endlich auch konsequent umzusetzen.“

Es müsse aber auch um ein klares NEIN zu verbaler Gewalt gegenüber Frauen gehen. Das Klima am Arbeitsplatz werde rauer. 

Wichtig ist, dass Unternehmen klare Rahmenbedingungen setzen, die Frauen vor jeglicher Form von Gewalt am Arbeitsplatz schützen

Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

„Es gibt mehr sexualisierte, verbale Beleidigungen, Belästigungen und gewalttätige Übergriffe von Kunden und Patienten gegenüber unseren Kolleginnen, die den Laden am Laufen halten, auch in diesen schwierigen Zeiten“, mahnt Nutzenberger. „So sind die Frauen im Handel verbaler Gewalt von Kundinnen und Kunden ausgesetzt“, so Stefanie Nutzenberger, die im ver.di Bundesvorstand für den Handel verantwortlich ist. 

Beschlossen wurde der internationale Gedenk- und Aktionstag bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1999 zum Gedenken an die Mirabal-Schwestern, die 1960 ermordet wurden, weil sie einer Widerstandsbewegung angehörten.


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