Sexismus & Gewalt

Gewalt und Belästigung stoppen: am Arbeitsplatz und überall sonst!

Sexismus & Gewalt

Gewalt und Belästigung stoppen: am Arbeitsplatz und überall sonst!

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen fordert ver.di eine schnelle Ratifizierung der ILO-Konvention.
Stop Violence gegen Gewalt an Frauen Alexa Wolfstädter Aktion C190 ILO Ratify now Europäischer Gewerkschaftsbund (EPSU) / DGB-Frauen ver.di, DGB-Frauen und Europäischer Gewerkschaftsbund gemeinsam gegen Gewalt

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am heutigen 25. November 2019 unterstreichen wir unsere Forderung nach einem entschlossenen Vorgehen gegen Gewalt und sexuelle Belästigung.

Betroffen sind vor allem Frauen, aber auch Männer und Intersexuelle werden Opfer sexueller Übergriffe oder Gewalttätigkeiten, sowohl in der Arbeitswelt, als auch im öffentlichen Raum und im privaten Umfeld.

Eine entschlossene Gegenmaßnahme ist die im Juni 2019 verabschiedete Konvention 190 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gegen sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz – diese muss nun schnellstmöglich in Kraft treten!

Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für die Gender-, Frauen- und Gleichstellungspolitik, verdeutlicht die Lage: "Gewalt gegen Frauen geschieht überall und auf unterschiedliche Weise. Frauen werden belästigt, geschlagen, missbraucht, vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen oder ermordet."

"Allein in Deutschland erlebt jede vierte Frau Gewalt in der eigenen Familie", so Nutzenberger. "Aber Gewalt geschieht nicht nur im Privaten, sondern auch im Betrieb. Wir fordern deswegen, dass die Bundesregierung nun rasch die ILO-Konvention gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt ratifiziert und wirksam umsetzt."

Mit der ILO-Konvention existiert endlich ein internationales Instrument, das verbindliche Mindeststandards regelt und Grenzen setzt, um Beschäftigte vor Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen.

Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Bundesvorstand der ver.di

Nutzenberger betonte, das besagte ILO-Übereinkommen sei ein Meilenstein und ein wichtiger Erfolg der beharrlichen Arbeit des DGB zum Thema.

Und auch dringend notwendig, denn viele Frauen seien an ihrem Arbeitsplatz zum Teil regelmäßig mit Gewalt konfrontiert:

"Sie erfahren etwa sexuelle Belästigung durch Arbeitskollegen oder Vorgesetzte. Arbeiten Frauen in Geschäften oder bei anderen, öffentlich zugänglichen Einrichtungen, kommt oft auch Gewalt durch Kunden oder Bürger hinzu.

Das reicht von Beschimpfungen, Bedrohungen, gezielten sexuellen Anzüglichkeiten und Abwertungen bis hin zu körperlichen Angriffen oder Raubüberfällen.

Respekt und Würde sind das Fundament menschengerechter Arbeit und dafür gibt die neue ILO-Konvention nun auch wichtige Orientierungen für den Abschluss von betrieblichen Regelungen oder Tarifverträgen."

Wir begrüßen diese internationale Maßnahme und fordern dazu heute einmal mehr:
ILO C190 – #RatifyNow!

Mehr Infos zum Thema:

Kampagne der UNI Global Union für die ILO C190 gegen Gewalt am Arbeitsplatz

Diese bahnbrechende Konvention kann Leben verändern!

Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein internationales Rechtsinstrument Beschäftigte vor jeder Form von Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz schützt.

Wir drängen auf eine Ratifizierung der Konvention (engl. convention 190, kurz C190), aber die Gewerkschaften müssen nicht warten, um sie zu nutzen. Gewerkschaften können die C190 in Tarifverträgen und globalen Vereinbarungen umsetzen, um einen besseren Schutz zu gewährleisten. Das ist ein erster Schritt, um Gewalt und Belästigung angemessen einzustufen – nicht als Themenbeitrag zur Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, sondern als eine globale Epidemie, die beseitigt werden muss!

Gewerkschaften sind Teil der Lösung und wir fordern, dass diese Konvention zum weltweit anerkannten Instrument im Kampf gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt wird.

Die Gewerkschaften plädieren auch für die Empfehlung 206 (engl. recommendation 206, kurz R206), die die Konvention ergänzen soll. Sie umfasst ferner häusliche Gewalt als Element der Gewalt am Arbeitsplatz, da sie nicht nur das Wohlergehen der Beschäftigten beeinträchtigt, sondern sich ebenso auf die Arbeitsbedingungen und Produktivität auswirkt.

Laut UN-Statistiken haben weltweit 818 Millionen Frauen zu Hause, in ihrem privaten und beruflichen Umfeld oder direkt am Arbeitsplatz sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt. In mehr als einem von drei Ländern gibt es keine Gesetze gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, schätzungsweise 235 Millionen Frauen sind ihr somit schutzlos ausgeliefert.

Wir sagen: Die C190 und die R206 der ILO können Leben verändern!
Helft mit und begleitet uns – gemeinsam sind wir stärker!

Das gemeinsame Statement zur Kampagne findet ihr hier auch auf Englisch, Spanisch und Französisch:
gerne zum Downloaden, Ausdrucken und Weiterleiten!

Infos und Hilfe gegen Sexismus, Gewalt und Diskriminierung