Frauen gegen Rechts

Bereitschaft für den Kampf gegen Rassismus ist hoch

Deutscher Gewerkschaftsbund unterstützt Initiative zum Kampf gegen Rassismus in Betrieben
16.09.2022
Rassismus ist keine Meinung. Sei mit uns laut gegen rechts!

Rassismus in der Arbeitswelt ist in Deutschland nach wie vor ein weit verbreitetes Problem. Allerdings gibt es auch Lichtblicke, wie eine Studie zeigt. Wir stellen euch eine Initiative und eine Handlungshilfe vor, damit ihr auch ein euren Betrieben etwas verändern könnt. 

Initiative für betriebliche Demokratiekompetenz

Die Initiative für betriebliche Demokratiekompetzenz ist ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördertes Programm, dessen Ziel es ist, Demokratie in der Arbeitswelt zu stärken und Rassismus, Verschwörungserzählungen und Rechtsextremismus entgegenzuwirken. Das BMAS koordiniert und steuert das Programm gemeinsam mit dem DGB.

Dabei unterstützen bundesweit 34 Projekte dabei, dass Belegschaften, Arbeitgeber*innen, Berufsschüler*innen und Lehrende demokratiefördernd handeln und sich Rassismus sowie anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit vor Ort entgegenzustellen. 

Angeboten werden bundesweit Schulungen, Trainings, Seminare und die Begleitung von Initiativen vor Ort. Neben Projekten in jedem Bundesland werden branchenspezifische Ansätze zur Förderung von betrieblicher Demokratiekompetenz entwickelt. Einen Überblick könnt ihr euch auf der Projektlandkarte verschaffen. 

Handlungshilfe für Aktive im Betrieb 

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Betriebs- und Personalräte, um Diskriminierung zu verhindern? Was können wir aus der Black-Lives-Matter-Bewegung für den betrieblichen Alltag lernen? Wie können Aktive der Gewerkschaften zu Verbündeten für Kolleg*innen werden, die mit Rassismus am Arbeitsplatz konfrontiert sind?

Basierend auf Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis gibt vom Ressort für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik eine neue ver.di-Handlungshilfe praktische Empfehlungen und Hilfen an die Hand, wie ein kollegialer und respektvoller Umgang mit diesem wichtigen Thema geschaffen werden kann: für ein Betriebsklima, das von Solidarität und guter Arbeit für alle Beschäftigten geprägt ist. 

Die Handlungshilfe gibt es als PDF zum Nachlesen, ebenso kann sie per E-Mail an migration@verdi.de in gedruckter Fassung bestellt werden. 

Studie zum Engagement gegen Rassismus

Eine Studie des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) zeigt, dass viele Menschen bereit sind, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen und sich aktiv gegen Rassismus zu engagieren. Das Engagementpotenzial ist in den jüngeren Altersgruppen besonders hoch.

Die Ergebnisse der Studie hat Bundesfamilienministerin Lisa Paus am 05. Mai 2022 gemeinsam mit den beiden Direktor*innen des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) in Berlin vorgestellt. "Spätestens die Anschläge von Halle und Hanau haben klargemacht, dass Rassismus in Deutschland Menschen das Leben kostet", so die Bundesfamilienministerin. Mit dem geplanten Demokratiefördergesetz würde der Bund gesetzlich verpflichtet, die Strukturen für das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Extremismus und Rassismus dauerhafter zu machen. 

 

Rassismus ist Alltag in Deutschland. Er betrifft nicht nur Minderheiten, sondern die gesamte Gesellschaft, direkt oder indirekt.

Prof. Dr. Naika Foroutan, Direktorin des DeZIM-Institut

Die zentralen Ergebnisse der Studie:

  • Mehr als ein Fünftel der Gesamtbevölkerung geben an, selbst schon Rassismus erfahren zu haben.

  • Der Aussage „Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft“ stimmt die Hälfte der Befragten zu.

  • 81 Prozent stimmen der Aussage zu, Menschen könnten sich auch ohne Absicht rassistisch verhalten.

  • Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland glaubt an die Existenz menschlicher Rassen; bei den über 65-Jährigen stimmen sogar 61 Prozent der Aussage zu.

  • 70 Prozent der Bevölkerung sind potenziell bereit, sich auf unterschiedliche Weise gegen Rassismus zu engagieren.

Der Direktor des DeZIM-Instituts, Prof. Dr. Frank Kalter, kommentiert die Ergebnisse der Studie, dass besonders mit Blick auf die älteren Jahrgänge noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten sei. Obwohl die Wissenschaft längst das Gegenteil belegt hat, glauben in dieser Altersgruppe immer noch 60 Prozent an die Existenz menschlicher Rassen. 


Werdet mit uns laut gegen Rassimus und Diskriminierung!

Seid dabei, denn nur gemeinsam sind wir stark! Damit wir gerade in schwierigen Situationen einen starken Gegenpol bilden und erfolgreich verhandeln können – in eurem Interesse!
Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Nichts wie los – für solidarischen Zusammenhalt und gegen Ausgrenzung!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

 

Mehr Informationen von und für Frauen gegen rechts per Klick!

Junge Frauen aktiv No Nazis gegen Rechts No Racism Rassismus
© Motortion Films, shutterstock.com