Vereinbarkeit

Ungleiche Verteilung von Elterngeld und Elternzeit

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Ungleiche Verteilung von Elterngeld und Elternzeit

Väter holen bei der Inanspruchnahme auf, hinken aber den Müttern immer noch hinterher.
Vater Kind Familie PublicDomainPictures, Pixabay.com Immer mehr Väter gehen in Elternzeit, sind aber weiterhin in der Minderheit gegenüber Frauen.

Wie ist die aktuelle Aufteilung der Elternzeit zwischen Müttern und Vätern? Ein Interview mit Dr. Katharina Wrohlich, Leiterin in der Forschungsgruppe Gender Economics beim DIW Berlin:

Frau Wrohlich, im Jahr 2007 wurde in Deutschland das Elterngeld eingeführt. Ein Ziel war die gleichmäßigere Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen Müttern und Vätern. Wie hat sich seitdem die Beteiligung von Vätern an der Elternzeit entwickelt?
Der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, ist seit Einführung des Elterngeldes stark gestiegen. Wir hatten davor einen Anteil von unter drei Prozent, der mittlerweile auf einen Anteil von fast 40 Prozent gestiegen ist. Allerdings nimmt der überwiegende Teil der Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen, nur die zwei sogenannten Partnermonate.

Das heißt, das Elterngeld wird immer noch häufiger und länger von Müttern genutzt?
Ja genau, von einer gleichmäßigen Aufteilung der Elternzeit zwischen Müttern und Vätern kann nach wie vor keine Rede sein. Wie gesagt, es nehmen mittlerweile zwar mehr Väter Elternzeit, aber nur sehr kurz.

Wie groß sind die Unterschiede der Bezugsdauer bei Vätern und Müttern?
Wir sehen, dass zum Beispiel im Jahr 2018 über 70 Prozent aller Väter, die überhaupt in Elternzeit waren, nur zwei Monate Elterngeld bezogen haben. Unter den Müttern beziehen über 90 Prozent mindestens zehn Monate Elterngeld.

Worin liegen die Gründe für die ungleiche Aufteilung von Elternzeit zwischen Vätern und Müttern?
Wenn man die Väter nach den Gründen fragt, warum sie gar kein Elterngeld bezogen haben oder nur für das Minimum von zwei Monaten, dann gibt ein großer Teil der Väter finanzielle Motive an. Sie sagen, dass sich die Familie die Elternzeit nicht leisten kann, beziehungsweise äußern Sorgen vor negativen beruflichen Konsequenzen.

Das vollständige Interview gibt es auf der Website des DIW Berlin, dazu den DIW-Wochenbericht mit dem aktuellen Stand beim Elterngeld:

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