Vereinbarkeit

Zehn Urlaubstage für frisch gebackene Väter!

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Zehn Urlaubstage für frisch gebackene Väter!

DGB-Gutachten fordert nach der Geburt bezahlten Urlaub für Väter – ähnlich zum Mutterschutz.
Vater Baby Kind Säugling Faust Familie Team Andreas Wohlfahrt, pixabay.com DGB-Gutachten und Mehrheit der Menschen sind sich einig: Vaterschaftstage wären eine gute Sache!

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert bezahlten Vaterschaftsurlaub nach der Geburt!

Bereits 2019 hat sich der DGB gemeinsam mit anderen Verbänden zum Abschluss der EU-Vereinbarkeitsrichtlinie (kurz VRL) positioniert. 2020 gab der Gewerkschaftsbund schließlich ein juristisches Gutachten in Auftrag, um damit den Umsetzungsbedarf der VRL in Deutschland zu beurteilen.

Die Ergebnisse dieses Gutachtens liegen seit diesem Jahr vor und wurden Ende Januar 2021 bereits in Grundzügen vorgestellt. Auch die WELT berichtete dazu:

Fakt ist: Das Gutachten belegt Handlungsbedarf in Deutschland: Die derzeit geltenden Elternzeit-Regelungen ersetzen ein eigenständiges "Vaterschaftsurlaubsgesetz" ausdrücklich nicht.

Konkret geht es um zehn Tage Vaterschaftsfreistellung zur Geburt. Das Gehalt müsste während des Vaterschaftsurlaubs grundsätzlich zu 100 Prozent weitergezahlt werden!

Um die breite gesellschaftliche Akzeptanz und Befürwortung dieses Themas zu belegen, haben die DGB-Frauen außerdem im Januar 2021 eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchführen lassen. Auch hier zeigte sich eine breite Zustimmung für die Vaterschaftstage:

Eine deutliche Mehrheit der Menschen fände zehn bezahlte Vaterschaftstage rund um die Geburt gut oder sehr gut. Nur acht Prozent der Befragten fänden dies schlecht oder sehr schlecht – Frauen* als auch Männer*, quer über alle Altersstufen, Berufsgruppen und Parteipräfenzen hinweg.

Das ist ein eindeutiger Handlungsauftrag. Spätestens die nächste Bundesregierung muss das Thema abräumen. Wir brauchen die Vaterschaftsfreistellung zur Geburt!

Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, denn viele Männer haben immer noch Angst, sich beruflich etwas zu verbauen. 

"Eine berechtigte Sorge", so Karin Schwendler, Leiterin des Bereichs Frauen- und Gleichstellungspolitik bei ver.di. Elternzeit und Teilzeit seien immer noch "Karrierekiller". Zwar gebe es oft gute Möglichkeiten, um die Arbeitszeit zu reduzieren. Auch zeigten Umfragen, dass mehr Väter in Teilzeit arbeiten möchten. "Trotzdem sind viele Männer noch zögerlich", so die Gewerkschafterin.

Dabei ließe sich womöglich auch ein Domino-Effekt auslösen, wie 2020 in einem Beitrag auf ZEIT online beschrieben: Sobald immer mehr Männer in Teilzeit arbeiten, werde das irgendwann zur neuen Normalität.

Und das wiederum würde helfen, das immer noch vorherrschende Problem endlich in den Griff zu bekommen: Denn oft haben Mütter kein existenzsicherndes Einkommen, geraten in wirtschaftliche Abhängigkeit und sind schließlich von Altersarmut bedroht. 

Mehr Details und schon mal den ersten Teil des Gutachtens zum Nachlesen liefern die DGB-Frauen:

Und was hilft noch gegen verkrustete Rollenbilder? Eine starke Gewerkschaft!

Seid dabei, denn je mehr wir sind, umso besser können wir eure Interessen vertreten!
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