Vereinbarkeit

Raus aus der Zweitverdienerinnenfalle

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Raus aus der Zweitverdienerinnenfalle

Reformvorschläge zum Abbau von Fehlanreizen im deutschen Steuer- und Sozialversicherungssystem
Versorger Ehegattensplitting CrazyCloud, Bild-ID #133588489, Fotolia.com Eine Studie der Bertelsmann Stiftung macht Vorschläge für ein gerechteres Steuersystem.

Eine aktuelle Studie bestätigt die Forderung der ver.di-Frauen nach Umwandlung der Minijobs in sozialversicherte Beschäftigung und nach einer Reform des Ehegattensplittings hin zur Individualbesteuerung. Im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) haben wir seit Langem bereits Konzepte zur Reform der Minijobs und des Ehegattensplittings entwickelt, welche die künftige Regierung nun endlich angehen sollte! 

In ihrer Studie sehen die Autoren Maximilian Blömer, Prezemyslaw Brandt und Andreas Peichl eine Kombination aus Ehegattensplitting und Minijob besonders problematisch und entwickeln Ansätze zur Entlastung von Zweitverdiener*innen. Herausgeber der Studie ist die Bertelsmann Stiftung.

Aus dem Vorwort der Studie:

Das deutsche Steuer- und Sozialversicherungssystem setzt für viele Zweitverdienende – häufig Frauen und Mütter – falsche Anreize. Von 7,6 Millionen Ehefrauen im  Erwerbsalter beziehen sechs Millionen und somit rund drei Viertel ein geringeres Einkommen als ihr Partner und sind demnach Zweitverdienerinnen. Sie leiden darunter,  dass – anders als bei einem steuer- und abgabenfreien Minijob – bei der Aufnahme einer Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung nicht nur  Sozialversicherungsabgaben anfallen, sondern auch die Einkommensteuer, welche über dem üblichen Eingangssteuersatz in Höhe von 14 Prozent liegt. Grund dafür ist  das Ehegattensplitting, das dazu führt, dass eine Zweitverdienerin demselben Steuersatz unterliegt wieder Erstverdiener.

Es ist genau diese Kombination aus dem Ehegattensplitting und der Steuer- und Abgabenfreiheit der Minijobs, die viele Frauen nicht nur in die „Minijobfalle“, sondern auch in die „Zweitverdienerinnenfalle“  führt. Dabei hat sich gerade diese Beschäftigungsform in der COVID-19-Pandemie als besonders krisenanfällig erwiesen. So sank die Zahl der Minijobber:innen bis  Dezember 2020 um fast 900.000 Personen; damit fiel der Beschäftigungsrückgang im Vergleich zum Vorjahr zwölfmal höher aus als bei sozialversicherungspflichtig  Beschäftigten – mit weitreichenden Folgen für die Absicherung der Frauen, sowohl bei Arbeitslosigkeit als auch im Alter. 

Mit der vorliegenden Studie, die den Abschluss der dreiteiligen Reihe mit einem Forscher:innen-Team um Andreas Peichl vom ifo-Institut darstellt, setzen wir an dieser Problematik an. Dabei stehen Reformvorschläge der Mini- und Midijobs und des Ehegattensplittings sowie ihre kombinierte Betrachtung im Mittelpunkt, ebenso wie ihre Auswirkungen auf die Beschäftigung, die Einkommensverteilung sowie den öffentlichen Haushalt. Die Analyse beantwortet die Frage, wie Zweitverdienende im deutschen Steuer- und Sozialversicherungssystem entlastet und Hürden bei der Arbeitsaufnahme und -ausweitung abgebaut werden können. 

Die vollständige Studie findet ihr auf der Website der Bertelsmann Stiftung. 

Weitere Hintergrundinfos zum Thema von n-tv: 

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