Vereinbarkeit

Barrieren in der Unternehmenskultur halten vom Homeoffice ab

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Barrieren in der Unternehmenskultur halten vom Homeoffice ab

Eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung plädiert für ein Recht auf Homeoffice.
Junge Frau Homeoffice Arbeitsplatz Schreibtisch gute Arbeit Karolina Grabowska, Pixabay.com Ein gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice würde die Verhandlungsposition von Beschäftigten stärken.

Viele Jobs ließen sich zumindest teilweise zu Hause erledigen – was den Beschäftigten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern würde. Dennoch nutzt nur ein Teil von ihnen diese Chance.

Woran das liegt, haben Dr. Yvonne Lott, Forscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, und Dr. Anja Abendroth von der Universität Bielefeld untersucht.

Ihre neue Studie zeigt, dass Barrieren, die sich aus der Unternehmenskultur ergeben, eine wichtige Rolle spielen, wenn Beschäftigte nie von zu Hause aus arbeiten. Ein Recht auf Homeoffice würde vor allem Frauen helfen.

Für ihre Untersuchung haben die Wissenschaftlerinnen einen Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgewertet, der repräsentativ für Unternehmen ab 50 Beschäftigten ist. Darin enthalten sind Angaben von 1.800 Beschäftigten.

Warum manche Beschäftigte nie von zu Hause aus arbeiten:

  • Der häufigste Grund für den Verzicht auf Homeoffice ist die Einschätzung, dass Arbeit von zu Hause nicht zum Job passe. Dies sagten knapp 80 Prozent der Befragten, die mehrere Gründe nennen konnten.
  • Fast 70 Prozent gaben an, Anwesenheit am Arbeitsplatz sei dem Chef wichtig.
  • 60 Prozent hielten Arbeiten von daheim auf ihrer Stelle für technisch unmöglich.
  • Gut 14 Prozent der Befragten erklärten, ihr Job ließe sich zwar auch vom heimischen Computer bewältigen, dies sei aber nicht erlaubt. Diese Angabe machten übrigens Frauen sehr viel häufiger als Männer (Infografik dazu hier zum Download).
  • Und knapp sechs Prozent fürchten um ihre Karrierechancen, wenn sie zum Arbeiten nicht in die Firma kommen. 

Weitere Berechnungen der Wissenschaftlerinnen zeigen: Ob Anwesenheitskultur und befürchtete Karrierehindernisse dem Homeoffice im Weg stehen, hängt von der Unternehmenskultur ab. Wo Wert auf Familienfreundlichkeit und Flexibilität im Sinne der Beschäftigten gelegt wird, setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eher an den heimischen PC als in Firmen, in denen alle versuchen, den anderen ständig vorzuführen, wie hart sie arbeiten.

Frauen halten kulturelle Barrieren öfter vom Homeoffice ab als Männer. Sie befürchten eher, sich mit Homeoffice aufs berufliche Abstellgleis zu begeben.

Umso wichtiger ist es aus Sicht der Forscherinnen, dass Beschäftigte, die gern von zu Hause arbeiten würden, Rückendeckung vom Gesetzgeber bekommen. Ein Recht auf Homeoffice würde ihre Wünsche legitimieren und ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Arbeitgeber verbessern.

Mehr zum Thema auf der Webseite der Hans-Böckler-Stiftung:

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